muezzin from hell

hier gab es schon länger keinen eintrag mehr und das hat seinen grund. vroni und ich waren krank und mussten länger im bett bleiben. seit 2 wochen sind wir in yogyakarta und haben uns praktisch nicht von unserem hostel entfernt. indonesien meint es nicht so gut mit uns: bis vor ein paar tagen war hier noch immer regenzeit, obwohl die seit ende april eigentlich vorbei sein sollte und dann auch noch eine bakterielle racheninfektion. das ganze grätzel hier kennt uns schon und fremde menschen sprechen mich auf der straße an und erkunden sich nach unserem wohlbefinden. das ist sehr nett. weniger ideal ist, dass an unserem hostel eine moschee angrenzt. wie es sich für asien gehört haben die auch ein ordentliches soundsystem auf das dach gepackt, damit man nur ja keine nuance der muezzins überhört. 10 tage im bett, 6 x am tag zwangsbeschallung, da wird die toleranz auf eine harte probe gestellt. die beschallung übernehmen 3 verschiedene muezzins. am nervigsten ist jener in der frühschicht (4:30h). mit einer unglaublichen intensität presst er wie christina aguilera jene einzelne silbe heraus und reißt uns aus dem schlaf. am kuriosesten ist der „muezzin from hell“: der grummelt und krächzt und ich bin mir sicher er will uns alle in die hölle schicken.
eine kleine hörpobe:

muezzin from hell

dafür haben sich die hostelbetreiber wirklich nett um uns gekümmert, jetzt sind wir jedoch wieder halbwegs fit und der regen hat auch aufgehört, aber wir haben trotzdem von indonesien genug und werden heute wieder nach malaysien abreisen. südmalaysien übrigens, wird derzeit von einer riesigen rauchwolke eingehüllt, da auf sumatra wälder im großen stil illegal abgebrannt werden. man hat es nicht immer leicht auf reisen.

vorher hatten wir noch einen schönen ausflug in pangandaran und jetzt in den letzten tagen in yogyakarte haben wir es doch noch zu einem der tempel (borobudur, größte buddhistische tempel von da wöd) geschafft.

 

Fotos

hong kong

hong kong war für mich schon länger ein wunschziel. ich glaube seit ich in einem interview mit einem hongkonger (keine ahnung mehr wer) mal gelesen habe, dass die stadt im film „blade runner“ für ihn keine zukunftsvision, sondern alltag, eben hong kong ist.

dazu kommt natürlich das hong kong-kino, vor allem die filme von wong kar-wei, die es mir vor jahren mal ziemlich angetan haben. das hotel hatten wir eilig ohne große recherche gebucht und wir hatten großes glück: das zimmer befindet sich in den „chunking mansions“, drehort von wong kar-weis „chungking express“. ein guter anfang und ein ziemlich interessanter ort.

der rest des 5-tägigen aufenthalts bestand in erster linie aus laufen, schauen und staunen. ich bin mit der u-bahn zu verschiedenen endstadtionen gefahren, weil ich unbedingt wissen wollte, wie die vorstädte aussehen. z.b. so:

heng fa chuen suburbs

heng fa chuen suburbs

das schaut jetzt sehr nach sozialem wohnbau und „problemviertel“ aus, tatsächlich parken hier vor der tür porsches, mercedes und limousinen. das bewohnbare gebiet der stadt ist übrigens nach monaco das am dichtesten besiedelte gebiet der welt. die dichte und höhe der häuser hat für mich was extrem anziehendes und ich könnte mir schon vorstellen, so zu wohnen. die menschen sind, wie bei fast allen unseren bisherigen destinationen, sehr freundlich und dazu kommt, anders als bei den
bisherigen, dass sie offensichtlich von den briten auch die höflichkeit übernommen haben. das macht den aufenthalt sehr angenehm und die stadt wirkt auch sonst erstaunlicherweise nicht sehr stressig.

nachdem wir fast 5 monate kaum konzerte, austellungen und kino besucht haben, waren wir kulturell schon ziemlich ausgehungert. galerien hat die stadt einige, konzerte erstaunlich wenig, wir mussten uns mit 2. klassigen lokalen bands zufriedengeben. dafür dient das foyer des veranstaltungsortes, in dem das konzert stattfand, als abstellplatz für ferraris. im kino des hongkong filmarchivs sahen wir dann noch einen film aus der reihe „100 must see hong kong movies“. ein traum.

ansonsten herrscht reizüberflutung. screens, einkaufszentren und zwangsbeschallung überall. die asiaten und der sound, dem muss ich mal einen eigenen artikel widmen. alle 10 sekunden kommt auf den rolltreppen die durchsage „please hold the handrail“ und für taube und leute mit kophörer wird jeden meter mittels aufkleber darauf hingewiesen. zeuge eines unfalls wurde ich nie und da ich schon eher draufgängerisch veranlagt bin, fuhr ich die meiste zeit freihändig.

party laos

nochmal laos:
nach der wanderung zum akha-dorf in laos wurden wir von unserem guide zu einer hochzeit eingeladen. nicht zu der eigentlichen zeremonie, sondern zur afterparty.

das muss man sich so vorstellen: hotelhof, plastiksitze und tische, jede menge girlanden. das essen steht bereits am tisch (mit plasikfolie umwickelt), ebenso das bier. das soundsystem dröhnt übersteuert typische laotische popmusik (nicht die schlechteste in so-asien. erinnert ein bisschen an cumbia/salsa, sehr bass-betont), so laut dass eine unterhaltung fast nicht möglich ist. nach und nach tröpfeln die gäste in den hof und man gratuliert dem brautpaar. die brüder und cousins des paars stehen spalier. nach einer halben stunde eröffnet ein „master of ceremony“ mit einer kurzen ansprache (inkl echo-effekt auf der stimme), dann sagt der brautvater ein paar worte und eröffnet die völlerei. das essen am tisch ist kalt, das bier ist warm. für das bier gibt es eiswürfel, nicht die schlechteste idee, und die musik beginnt wieder zu spielen. allmählich wird zu tanzen begonnen (siehe video). lustig.

auch vroni und ich müssen ran. vroni wird von unserem guide aufgefordert, ich werde von einem ladyboy aufgefordert und wir sind kurzfristig die attraktion der hochzeit. getanzt wurde folgendermaßen: die männer bilden einen kreis und die frauen stellen sich gegenüber der männer und bilden auch einen kreis. zu beginn nickt man sich kurz zu, dann beachtet man sich eigentlich nicht mehr. die kreise bewegen sich und getanzt wird mehr mit den händen. dh. eigentlich werden nur die handflächen nach links und rechts gedreht. das kommt der „peter neuhauser-schule“ schon ganz nah, war mir also sehr vertraut. ab und zu gibt der sänger ein kommando, dann wechseln die kreise ihre position (männer nach innen, frauen nach außen bzw. umgekehrt). ganz wichtig ist, egal welche bewegungen ausgeführt werden, dass unter keinen umständen gegrinst oder gar gelacht werden darf. zum schluss bedankt man sich beim partner und geht wieder bier mit eis trinken. irgendwann gibt es dann einen teil für die teenies. junge karaoke-nachwuchstalente ergreifen das mikro und singen herzzereissende duette. wir unterhalten uns noch mit händen und füßen mit unseren sitznachbarn, werden abfotografiert und um 11 ist der spass großteils zu ende.

ein sehr hübscher abend.

sehr, sehr lustig waren auch die neujahrsfeierlichkeiten in luang prabang, das wasserfest. 3 tage bespritzt sich die ganze stadt gegenseitig mit wasserpistolen, wassereimer, mehl und lebensmittelfarbe. am vormittag begann die trinkerei und abends um 7 ist es wieder ruhig. dazwischen wurde sehr intensiv gefeiert, getanzt, gekreischt und sich gegenseitig ein schönes neues jahr gewünscht.  trotz aller ausgelassenheit wurde sehr rücksichtsvoll gefeiert und trotz immensen bier lao-konsums gab es keine aggressivität. alle waren immer extrem freundlich. wir hielten zwei tage mit, am dritten waren wir dann ko. die laoten hingegen schenken sich in den drei tagen nichts. wir waren ziemlich überrascht, wie ausgelassen und laut die ansonsten eher ruhigen und zurückhaltenden laoten sein können. das war mit sicherheit einer der amüsantesten neujahrsfeierlichkeiten für mich.

hoi hanoi!

hanoi ist mir die bisher liebste asiatische großstadt. sehr europäisch (altstadt), sehr asiatisch (alles andere) zu gleich. kaffeehäuser in denen unglaublich guter filterkaffee ausgeschenkt wird. das kaffeefiltersystem ist sehr hübsch und der kaffee ist sehr cremig und schmeckt stark nach kaokao. es gibt sehr gutes lokales essen und sehr nette und kommunikative „biergärten“ auf den gehsteigen. ein idealer ort also um ein paar tage zu bleiben. zum ersten mal seit langer zeit habe ich auch wieder mal einen kater.

der verkehr ist auf den ersten blick sehr chaotisch, aber folgt eigentlich klaren regeln:
1) das stärkere fahrzeug hat vorrang (lkw/bus >pkw>moped>fahrrad>fussgänger)
2) asiaten schauen kaum nach hinten. falls es eng wird, warnt der hintere den vorderen mit einem hupen
3) nie ganz rechts fahren. diese spur muss für rechtsabbieger der seitenstraße bzw. mopeds die auf der linke straßenseite fahren freigehalten werden.

4) das ganze verhalten ähnelt dem eines fischschwarms. dh man versucht die abstände links und rechts immer gleich zu halten.
5) stehenbleiben ist eine blöde idee. immer schön im fluss bleiben.

mittlerweile macht das fahren richtig spass.

nach anfänglichen anpassungsschwierigkeiten finde ich die vietnamesen mitterweile sehr nett. ich musste mich erst an ein paar dinge gewöhnen: der umgangston ist manchmal etwas lauter, es ist stressiger und man zahlt als tourist praktisch immer zuviel. zudem gibt es eine unglaubliche preisliche willkür, welche man als aussenstehender nur sehr schwer versteht. die preisspanne einer 2 tägigen tour durch die halong-bucht (die touristenattraktion schlechthin) reicht von 36$ – 90$ für das gleiche angebot. will man ein bisschen ein besseres schiff, zahlt man auch gerne mal über 200$. unsere tour wurde nach der 3h busfahrt zur bucht auf einen tag gekürzt, da für den abend unwetter vorhergesagt wurde. das wäre ja kein problem, nur die art und weise wie das kommunziert wurde, war schon sehr mühsam. dann muss noch um jeden dollar bei der rückerstattung diskutiert werden und man ist sich nie ganz sicher ob man nicht doch über den tisch gezogen wird. sei´s wie es sei, es ist ein gutes training um ruhig zu bleiben, dinge gelassener zu sehen und mehr so zu nehmen wie sie kommen. wenn man sich mal darauf eingestellt hat und immer freundlich darauf hinweist, dass man sicher nicht den 3fachen preis bezahlt, höchstens den 1,5fachen, kommt man gut miteinander aus. mittlerweile bin ich schon sehr entspannt und rege mich kaum mehr auf.

nach hanoi gings nach ninh binh zur „trockenen halong bucht“, ein sehr hübscher mopedausflug.

fit mach mit in phnom penh

mittlerweile sind wir zwar schon in laos, aber beim sichten der festplatte bin ich noch auf ein paar hübsche videos aus phnom penh gestoßen. ab 17 uhr abends treffen sich die kambodschanerinnen und kambodschaner zum gemeinsam aerobic oder tanz. jeder ist willkommen und kann mitmachen, ich hatte leider mein turnsackerl nicht dabei.

vroni hats auch drauf:

beeindruckende tempel von angkor

tempel,paläste und ich haben ein freundlich, distanziertes verhältnis. ich habe nicht das bedürfnis jede dieser klassischen sehenswürdigkeiten einen besuch abzustatten um mir die goldene pagodennadel für 1000 besuchte tempel abzuholen, freue mich aber durchaus über deren anblick, wenn ich mal bei einer vorbeikomme.

im falle der tempel von angkor ist die sache schon ein wenig anders. die sind wirklich spektakulär und ich konnte mich an manchen gebäuden/ruinen fast nicht satt sehen. da es hier momentan aber 40 grad in schatten hat, steht man diese tour aber leider nicht den ganzen tag durch. auch die vielen kinder die einen jede minute fragen „postcaaaard, threee for one dollaaaa“ können irgendwann mal etwas nerven.

boris, kind, begeisterung.

boris, kind, begeisterung.

da angkor wirklich spektakulär ist, sind wir hier natürlich hier nicht alleine unterwegs, sondern teilen uns das gelände mit vielen, vielen touri-kolleg_innen aus der ganzen welt. das ist manchmal etwas lästig, manchmal aber auch sehr lustig. speziell die gruppenfotografieperformances von asiatischen reisegruppen sind sehr unterhaltsam: einmal die ganze gruppe (z.t mit transparent), dann unterschiedliche einzelkombinationen mit menschen aus der gruppe. wechselnde fotografen, jeweils mit gefühlten 10 kameras ausgestattet. das dauert dann, bis da alle fotos passen.

asiatische fotoperformance

asiatische fotoperformance

asiatische fotoperformance

asiatische fotoperformance

auch ein wiedersehen mit dem bereits aus bagan bekannten ritual gab es. die sonne geht auf und alle heben die iphones.

moderne rituale

moderne rituale

vroni geht es auch schon wieder gut und sagt sachen wie „so eine reise müsste man mal mit jemanden machen der wirklich lustig ist“ und schaut dabei so drein:

so eine reise müsste man mal mit jemanden machen der wirklich witzig ist

so eine reise müsste man mal mit jemanden machen der wirklich lustig ist

pfff. wir fahren jetzt weiter nach kratie wo es hässliche, aber seltene flussdelphine gibt. da freue ich mich schon drauf.

ankunft in kambodscha. korrektes wandern.

wir sind gut in kambodscha angekommen und haben die grenze ohne gröbere zwischenfälle passieren können. besonders gespannt war ich auf die vom reiseführer in aussicht gestellte schmiergeldtransaktion mit den grenzbeamten. es wäre meine erste gewesen, aber die beamten ließen uns durch. naja,  es wird sicher noch andere gelegenheiten geben. wir mussten uns jedoch einer quarantäne untersuchung stellen: eine junger mann zielte mit einem laserpointer auf unser ohr und meinte anschließend, dass wir gesund sind. die untersuchung kostete uns insgesamt 40 baht (1 euro) ist also sehr günstig, die genauigkeit der methode darf aber angezweifelt werden.

auf den ersten blick sind die menschen in kambodscha wie die bisher getroffenen asiaten auch, also sehr freundlich und klein. ein paar eigenheiten sind schon aufgefallen: die männer zeigen gerne ihre bäuche (je dicker, desto eher wird gezeigt) und die frauen tragen unter tags auch gerne mal einen pyjama. die glücklichen.

unsere bisherigen aktivitäten:
3 tage aufenthalt in koh kong city, mit einem boottrip auf die insel koh kong und einen kleinen abstecher in einen mangrovenwald. danach nach chi phat um 2 tage durch den dschungel zu laufen. hier gibt es ein projekt, welches zum schutz des regenwaldes gestartet würde. wilderer und holzfäller werden zu guides umgeschult und zeigen touristen den dschungel. das dorf stellt verpflegung und unterkunft zur verfügung und ein teil der einnahmen geht in einen fond zum schutz des regenwaldes. so gibt es geld für den regenwald und die einwohner sind nicht mehr von der abholzung das waldes abhängig. eine feine sache also.

auf der tour mit dabei war lacey, eine sehr sympathische amerikanerin, feuerwehrfrau, forstarbeiterin und rugbyspielerin. beeindruckend.

ganz allgemein kann man sagen, dass wir uns jetzt schon ziemlich an das reisen und an asien gewohnt haben. zum beispiel habe wir nicht mehr den drang jeden wok und jede bambushütte fotografieren zu müssen. reisen ist jetzt für nun etwas sehr alltägliches (nona) und ist wesentlich stressfreier, gemütlicher als am anfang. jetzt müssen wir uns von den dschungelstrapazen und landleben (=staubig) wieder etwas erholen und fahren auf die insel koh rong.

koh kood

wir haben für uns ein kleines paradies gefunden. aus den geplanten 2 tagen pause auf dem weg nach kambodscha wird eine woche und vielleicht mehr. mal sehen. sehr ruhige insel, super strände, super essen, keine idioten, nette ressortbetreiber und leistbar.

tagesablauf:

1 aufstehen:

koh kood

koh kood

2 frühstück mit rainer (ist leider schon abgereist)

koh kood mit rainer

koh kood mit rainer

3 strandbesuch. manchmal regnet es kurz erfrischend

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koh kood

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

4 kaffeepause

koh kood

koh kood

5 aktivität: free willy verhauen

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koh kood

6 badeplatz wechseln

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koh kood

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koh kood

7 pause mit lassis vor dem sonnenuntergang

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koh kood

8 sonnenuntergang

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koh kood

noch mal myanmar. wieder in thailand.

nach dem etwas anstrengendem myanmar-aufenthalt gönnen wir uns auf unserem weg nach kambodscha ein paar tage auf der insel koh kood. super strand und super ressort, wie es ausschaut bleiben wir länger als geplant. außerdem ist sich idealerweise ein treffen mit rainer ausgegangen uns so bewohnen wir zu dritt einen bungalow.

rainer ist ja aufgrund seines berufes (programmkoordination myanmar für die heinrich böll-stiftung) quasi ein myanmar-experte und so ist es äußerst interessant, über unsere und seine erfahrungen zu diskutieren.

myanmar wird mich auf jeden fall noch länger beschäftigen. die politische situation ist bei weitem nicht so schwarz/weiß wie ich zu beginn naiverweise angenommen habe (regierung=böse, opposition=gut) und die menschen sprechen viel offener über die politische situation als erwartet (das dürfte sich in den letzen 12 monaten sehr zum positiven verändert haben). all die eindrücke hier festhalten freut mich jetzt aber nicht.

ein paar höhepunkte:
im zuge einer wanderung in den bergen bei hsipaw übernachteten wir in einem dorf der palaung und wurden zu einer hochzeit eingeladen. die einladungskarte war ein gefaltetes bananenblatt gefüllt mit teeblättern. praktischerweise sind diese karten zugleich auch die scheidungspapiere: wenn der mann oder die frau die scheidung will, so schickt er oder sie die „papiere“ an die schwiegereltern und die ehe wird aufgelöst. überhaupt scheint dieser stamm sehr liberal und demokratisch zu sein. der dorfvorstand wird von allen demokratisch gewählt, dorfvorstand und chefmönch sind die richter, frauen können sich scheiden lassen und dann wieder heiraten, das sorgerecht kann auch an die männer gehen, es gibt eine eigene kleine steuer, um die armen im dorf zu unterstützen usw.
bei der hochzeit wurde gleich auch aus meiner hand gelesen. die anzahl der linien sagt aus, dass ich 1 x heiraten werde. eher nicht 2 x, aber sicher 1x. unsere guide erklärt mir nachher ernsthaft, dass ich mir keine sorgen mache müsse da diese handlesemethode nicht 100% zuverlässig ist.

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hochzeitseinladung

auch das ist für mich typisch myanmar. es gibt ja oft nur sehr eingeschränkt strom und so wird holzfeuer zum kochen verwendet. dadurch bilden sich speziell am morgen und am abend diese nebelschwaden und es riecht stark nach verbranntem holz.

pankam village. palaung tribe

pankam village. palaung tribe

bagan
religion ist manchmal schon lustig. unglaublich wie viele ressourcen da verwendet werden, um eine anlage mit über 2300 tempeln und pagoden zu schaffen. schön anzusehen ist das dann auch. wir touristen erfinden dann gleich auch ein neues zeitgemäßes ritual. alle pilgern zu einem tempel, um die wunderbaren sonnenuntergänge in bagan zu bewundern und wenn es dann soweit ist, strecken alle ihre iphones in die höhe.

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sonnenuntergang in bagan. mit celine

bagan sonnenuntergang

bagan sonnenuntergang. ich hab kein iphone, aber vronis kamera.

oft gesehen: jedes geschäft hat mehr personal als kunden. ruhig mal etwas anschauen spielts da nicht. das gleiche gilt auch für rezeptionen, eintrittskartenausgaben und ähnlichem. manchmal ist das sehr lustig, oft aber auch sehr mühsam. dazu kommt eine chronische unorganisiertheit (z.b. werden ziemlich häufig reservierungen verschlampt oder falsch notiert) und dann wirds manchmal echt mühsam, man möchte ihnen fast helfen.

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noch ein letzter eindruck, der mich immer sehr gefesselt hat. oft wird abends der strom abgedreht bzw. gibt es meistens ohnehin keine straßenbeleuchtung. im mandalay, einer stadt mit 1,5 millionen einwohner ist das dann schon sehr spektakulär. die fahrzeuge haben oft auch selbst keine beleuchtung und wenn sie eine haben, erscheinen sie durch die sehr staubige luft wir große, gelbrote kegel und schaffen eine ganz eigene atmosphäre.

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myanmar. was sich sonst so tut.

so schaut meine seite des tisches aus wenn wir nachmittags eine pause machen:
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das getränk nennen unsere italienischen reisefreunde“dirty water“ und ist ein instant zucker/kaffee/milchpulver mix. man gewöhnt sich dran. rechts daneben cookies, links das notizbuch in dem im wesentlichen die ausgaben und alltägliche beobachtungen  festgehalten werden. letzter eintrag: der burmese spuckt gerne auf den boden. darüber das ebook-lesegerät mit der zum land passenden lektüre „tage in burma“ von george orwell. weil es mir grad einfällt:
eine österreicherin war mal eine prinzessin im shan-state und hat darüber ein buch geschrieben „dämmerung über birma – mein leben als prinzessin der shan“. klingt nach einer sehr interessanten geschichte, ist aber leider nicht als ebook erhältlich. vielleicht findet sich jemand um das buch zu scannen und uns zu schicken. das wäre sehr nett. oben auf dem bild ist auch ein aschenbecher zu sehen und die sind in meiner gegenwart seit 6 wochen unbenützt.

die burmesen, vorallem die männlichen spucken übrigens wirklich gerne am boden. das rührt daher, dass sie ständig einen mix aus betelnüssen, tabak, gewürzen und einer lauge kauen. dadurch werden lippen rot und zähne braun gefärbt. man wird ein bisschen rauschig und der speichelfluss wird angeregt. z.t. sind ganze straßen von der spucke rotbraun gefärbt oder auch die gleise neben einem bahnsteig:

die burmesen sind sehr nette leute. manchmal schweindis.

die burmesen sind sehr nette leute. manchmal schweindis.

außerdem war ich noch beim frisör. eine spannende erfahrung. mein plan einfach im frisörladen auf ein foto zu zeigen ging leider nicht auf. die auswahl wäre ansonsten zwischen den frisuren der boyband n-sync und einer 80er al pacino-matte gefallen. also doch das überraschungspaket. ich setzte mich und der frisörmeister legte sofort mit hoher geschwindigkeit und genauigkeit los. so exakt wurde meine ohren noch nie ausgeschnitten. ich bin mir sicher, dass jedes haar exakt gleich lang ist. man muss auch sagen, dass die burmesen im großen und ganzen immer einen sehr feinen haarschnitt haben.

myanmar style

myanmar style

gemütlich in chiang khan am mekong

gemeinsam mit einer kleinen netten gruppe (huhu nicole, sebastian und britney. thanks it was a pleasure!) verbrachten wir ein paar schöne, ruhige tage in chiang khan. glücklicherweise unter der woche, denn am wochenende ist das ein beliebtes ausflugsziel für die thais und ziemlich überlaufen. so aber war es sehr beschaulich, wir borgten uns fahrräder und fuhren zu jener art an schöner, unspektakulärer sehenswürdigkeit (stromschnellen im mekong), bei der man sich bei der ankunft nicht sicher ist ob man schon da ist.

zum abschluss „adoptierte“ uns noch ein einheimisches marktstandbetreiberpärchen. die haben uns nett gefunden (wir sie auch) und wollten uns unbedingt auf ihre spezilitäten einladen: suppe mit gestocktem hühnerblut, reis mit schwein, dazu gekochte schweinehaut mit chilli und leber und frittierten fisch mit soja/chilli marinade. gemüse war auch irgendwo ein bisschen dabei.

jetzt sind wir grad in bangkok und treffen die letzten vorbereitungen für die myanmar reise. dh es wird möglicherweise etwas länger keinen eintrag geben. das wars mal fürs erste mit thailand. irgendwann werden wir vielleicht noch mal einen längeren artikel über die eindrücke in diesem land schreiben. z.b das sich auch die thailändische landjugend wie bei uns mit ihren mopeds an den bushaltestellen trifft und auch das gleich tut: reden, rauchen, spucken und trinken. wahrscheinlich sind die gesprächsthemen auch sehr ähnlich. da ich das schon in mehreren ländern gesehen habe plane ich bereits an meiner doktorarbeit „Globale Dorfjugend – Standardisierung und Individualisierung durch die Sozialisationsinstanz Bushaltestelle“

kann mir endlich mal wer erklären warum die amerikanerInnen immer am meisten reden?

khon kaen

wir brauchen uns nichts schönreden: khan koen war für den hugo. eine stinkende kleine provinzstadt, in der wir nichts gefunden und eigentlich auch nichts erlebt haben. auch die parade aus 20 eiswagen konnte uns nicht vom gegenteil überzeigen.

die anfahrt mit der bahn war allerdings ganz unterhaltsam. die thais haben eine lustige vorliebe für uniformen. sicherheitsbedienstete am bahnhof sehen aus wie generäle und das schalterpersonal wie lufthansa piloten. mit vorfreude erwartetet wir den auftritt des schaffners und wurden nicht enttäuscht: für dessen militärdiktatoruniform dürfte gaddafi model gestanden sein. leider keine fotos von den uniformen, vielleicht beim nächsten mal.

bangkok again

wieder in bangkok für ein paar tage. visa für myanmar/vietnam organisieren, reiseroute festlegen und diverse organisatorische dinge erledigen. fühlt sich fast wie arbeit an. ansonsten das machen, was man eben in einer fremden stadt so tut: viel rumlaufen, orientierung verschaffen, busfahrplan entschlüsseln, märkte besuchen, dinge anschauen, kino gehen, gutes essen suchen…
stichwort essen: mittlerweile essen wir fast alles, überall.  auch wasser, eiswürfel etc. alles kein problem – die toiletten besuche sind nicht häufiger geworden. meistens essen wir in den garküchen an den straßenrändern (1 gericht kostet 30 – 40 baht/ca. 1 euro) und haben dabei folgende auswahlkriterien:
a) die quasi goldene regel: wo sind die meisten leute und sind das eh dosige.
b) wie sauber ist die fleisch/gemüse-vitrine
c) je weniger gerichte zur auswahl, desto besser.

die anzahl der ratten am boden, müll, gemütlichkeit usw. geben eigentlich keinen hinweis auf die qualität des essens. probleme gibts eigentlich immer nur dann, wenn wir zu einer zeit hunger haben in der sonst niemand isst. am liebsten mögen wir diverse suppen und khao man gai (reis mit huhn + suppe +  chilipaste). was überrascht: es wird sehr viel fleisch gegessen und ich kann gerichte „spicy“ bestellen. aber wahrscheinlich bekommt man als farang sowieso immer nur die halbe portion chili.

vor bangkok waren wir zwei tage in chumphon. das ist quasi das attnang puchheim südthailands. eine verkehrsdrehscheibe, aber eigentlich keine stadt für einen längeren aufenthalt. es gibt jedoch leckeres essen und nette leute, sonst nicht viel, aber wir mögen es eigentlich an solchen unspektakulären orten. als welser muss man das wohl.

zur reiseroute: jetzt sind wir grad in khon kaen, ich würde mal sagen das augsburg thailands und überlegen ein bisschen wie es weitergehen soll. fix ist: ab 1. februar sind wir 3 wochen in myanmar und dann geht es zackig weiter nach kambodscha.

 

serie: eigenwillige touris

wir starten mit einer serie über unsere reisekollegInnen. großteil der bekanntschaften sind sehr freundlich, die unterhaltungen meistens etwas belanglos, aber trotzdem sehr nett. leider etwas verspätet beginnen wir mit einer serie über etwas eigenwillige touristen:

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do not place your feet onto the wall

diese junge dame mag offensichtlich coca cola und katzen und will das auch allen auf der fähre zeigen. beim fährenpersonal führte dieses auftreten zu kopfschütteln bzw. gelächter. ich mag ja auch beides, aber wie es diese kombinationen gekommen ist würde mich wirklich interessieren. leider war ich ein wenig eingeschüchtert und habe mich nicht getraut zu fragen.
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nächste woche: start der serien „land & leute“, sowie „essen“

khao sok nationalpark

3 tage verbrachten wir im khao sok nationalpark. wir buchten das all-in-one safari paket und fuhren für 2 tage mit einer kleinen gruppe touris (3 x brits, 2 x usa) an einen see. im paket enthalten waren 2 dschungel/höhlen touren und eine morgen- und eine nachtsafari mit dem boot. die „safaris“ waren sehr nette rundfahrten, ansonsten aber eher eine niederlage. unsere ausbeute:

  • ein affe
  • eine königskobra im see
  • eine grupper bunter vögel (die haben aber geschlafen und es war auch schon ziemlich finster. der guide meinte jedoch, dass die bunt wären)
  • eine gruppe touristen, ebenfalls mit boot

die höhlen/dschungel touren waren allerdings sehr super. teils mussten wir die höhlen durchschwimmen, teils klettern, das alles mit sehr wenig licht und in ständiger gesellschaft von spinnen (wirklich große, gehen aber nicht ins wasser), fledermäuse und krabben. ich bin auf dem besten weg von meiner mittelgroßen spinnenphobie geheilt zu werden.

die unterkunft direkt am see war auch sehr fein. vroni meint ich soll ausführlicher schreiben wie super das die war, aber ich verweise einfach auf die fotos. ansonsten ist noch erwähnenswert, dass das klo ca 100 meter im dschungel lag und es kein licht gab. hätte ich das vorher gewusst, hätte ich weniger bier getrunken. einer weiterer kleiner schritt im kampf gegen spinnenphobie wurde dadurch erfolgreich absolviert.

der see ist übrigens ein stausee und die höhlen waren verstecke der kommunisten die gegen die errichtung des stausees gekämpft haben. der stausee und das gebiet rundherum bilden heute den nationalpark und da sich die widerstandskämpfer am besten in der region auskennen sind viele von ihnen heute die guides.

und: warum müssen diese amis immer so viel reden?

takua pa

nach den bisherigen lauschigen unterkünften wollen wir unsere schmerzgrenze bezüglich substandard-absteigen ausloten. das hotel in takua pa war schon ein recht vielversprechender einstieg. vroni meint, die grenze ist erreicht. ich meine, dass das matraze immerhin noch sowas wie ein bettgestell rundherum hatte.

im morgengrauen hat es aber schon auch irgendwie nett ausgesehen:

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falls zufällig wer mal in der gegend ist: bei der südlichen ampel gibt es einen markt und dort gibt es ein resti und das beste essen bis jetzt. die betreiber sprechen außer „chicken“ und „spicy“ kein wort englisch. wir können leider auf thai nur „hallo“ und „danke“. zu essen haben wir trotzdem was bekommmen. so schauts dort aus:

top resti in takuapa.

top resti in takuapa.

ko phayam alltag

8.00 aufstehen, cafe holen, krebse beobachten, auf die veranda setzen und computern
10.00 zum benachbarten ressort gehen und nudelsuppe essen.
11.00 baden, lesen am „hausstrand“
13.00 – 15.00 mittagspause im bungalow, sticky reis gefüllt mit banane essen.
15.00 mit der mopeten mit tempo 20 in eine andere bucht rasen.
bis 18.00 baden, liegen, lesen
ab 18.00 restaurant suchen, essen
20/21 uhr heimfahren, lesen

hmm, mehr tut sich momentan nicht. bis 3. jänner wird sich das wohl noch so hinziehen.

ko phayam, buffalo bay

ko phayam, buffalo bay

bangkok touristen

wirklich eine super stadt. taxifahrer kennen rapid wien und geben auf anfrage eine einführung in gängige umgangsformen. z.b. so nützliche tipps wie „don´t put your feet on books. very, very unpolite“. damit kann ich ganz gut leben. essen in den garküchen ist großteils sehr lecker, alles ist irgendwie laut, erstaunlich wenig chaotisch. die straßenüberquerungen sind eine herausforderung. zebrastreifen werden eher als streetart angesehen, haben aber ansonsten keine funktion.

etwas befremdlich wirkt die enorme beliebtheit des königs und dessen huldigung. an allen ecken befinden sich fotos von bhumipol aka rama IX auf denen er schützen die hand über uns hält. zu beginn eines kinofilms oder um 18 Uhr auf bahnhöfen stehen alle auf, halten inne und lauschen andächtig der königshymne. der mann hat aber wirklich einiges zu bieten. aus wikipedia, bhumibol der privatmann:

Bhumibol ist u.a. als Musiker, Komponist, Fotograf, Maler, Schriftsteller, Segler, Ingenieur und Funkamateur (Rufzeichen: HS1A) aktiv. Insbesondere gilt er als leidenschaftlicher Saxophon-Spieler, der gerne mit anderen Jazzern im Palast von Bangkok spielt (so 1960 mit Benny Goodman). Etwa 40 Kompositionen sind bislang bekannt, darunter auch die thailändische Königshymne. Zudem ist er der höchste Pfadfinder Thailands. Auch werden seine Gemälde und Zeichnungen in Ausstellungen gezeigt. Als Segelsportler gewann er 1967 die Goldmedaille bei den Südostasienspielen.

nicht so schlecht, da kann man den herrn schon ein wenig huldigen. wenn unser HeiFi so einen lebenslauf vorzuweisen hätte, würde ich mir vielleicht auch sein portrait irgendwo aufhängen.

den größten tourismusfallen sind wir bis jetzt erfolgreich ausgewichen und wir haben noch kein neues tattoo, keinen neuen maßanzug  (obwohl mir der hoteleigene schneider mindestens 2 x am tag versichert, dass ich mit so einem anzug sehr sexy aussehen würde), noch keine tuktuk exkursion zu einem schmuckgeschäft, taxi immer mit taxometer (manchmal mühsam) und den königspalast haben wir besucht, obwohl uns tuktuk-fahrer ständig erklärten, dass der palast wegen zeromonie, riots, umbauarbeiten … geschlossen ist.

beim einkaufen haben wir uns brav zurückgehalten und so sehen wir noch nicht wie gurus/hippies oder ethnologiestudenten aus. ich hoffe wir bleiben diesbezüglich stark.

Ankunft Bangkok

ankunft thailand. hannes hat uns vorgewarnt: wir hängen sehr müde und etwas mit der feuchten hitze kämpfend im hotel rum und zwingen uns nicht zu schlafen. aber: alles ist fein, wir sind guter dinge und haben  beide eigentlich noch nicht ganz realisiert, dass wir jetzt 7 monate keinen wirklichen auftrag haben. damit die akklimatisierung leichter fällt, computer ich ein wenig rum. Weiterlesen