Tourists from Australia

Auf den Perhentian Islands gehen wir zweimal tauchen und einmal schnorcheln, wir beobachten eine Riesenschildkröte (die coolsten!), sehen viele Haie und Fische. Dann reicht’s aber auch mit Strandurlaub, ab geht’s nach Kuala Lumpur für einen Tag Stadtbesichtigung, und dann auf nach Indonesien.

Das indonesische Essen ist extrem lecker, abgesehen von Winner Schnitzel, sweet shower chicken und pain rice, gibt es viele kulinarische Leckerbissen – immer eine wichtige Facette einer Destination für jemanden, der zuhause zukünftig als professionelle Esserin arbeiten möchte.

Auf den bisherigen gemachten Stationen gab es nicht sehr viele Tourist_innen. Dementsprechend sind häufig wir die eigentliche Tourist_innenattraktion. Menschen starren uns nach, häufig werden wir um ein gemeinsames Foto angefragt. Unten eine Auswahl aus dem Botanischen Garten in Bogor. Die muslimischen Mädchen sind besonders putzig, sie umringen uns und kreischen hysterisch; wir werden wie Popstars behandelt; als wir bereitwillig in ein gemeinsames Foto einwilligen, sind sie überglücklich.

Ab dem nächsten Tag wollen wir Geld verlangen: „Make photo, one dolllaaa.“ Frechheit ist es ja schon, da fährt man so weit und dann wird man als Touri-Attraktion behandelt, wissen die denn nicht, dass es umgekehrt sein muss?!

Auch beim WC-Stop auf der Busfahrt von Bandung nach Pandangaran bin ich unerwartet und plötzlich im Mittelpunkt: Der WC-Mann spricht mich an, dass ich von Australien sei. Das hat ihm wohl der Busfahrer gesteckt, der muss es von den indonesischen Reisenden haben, mit denen wir vorm Einstieg in den Bus getratscht haben. Pui. Dann umringen mich plötzlich immer mehr Frauen und reden aufgeregt; ich bin etwas verwirrt ob der plötzlichen Situation, und unsicher, ob die stetig wachsende Ansammlung feindlich oder freundlich gesinnt ist. Hab ich was falsch gemacht? überleg ich noch kurz, dann strecke ich der Menschenansammlung entschlossen meine Hand entgegen und rufe „Hello“. Allgemeines Gelächter, jetzt muss ich allen die Hand schütteln. Die Runde ist begeistert von meiner Anwesenheit, die einzige Indonesierin, die Englisch spricht, sagt dann laut und feierlich: „Welcome in Indonesia.“ Sehr nette Episoden spielen sich hier ab.

Ein anderes Highlight, auch sehr lokaler Natur: Wir machen einen Ausflug mit zwei Deutschen und einer Niederländerin und lassen uns in einem gemieteten Auto rumkutschieren. Wir besichtigen einen Vulkan und fahren zu einer Badestätte mit heißen Schwefelquellen. Dort sind wir die einzigen Touris, werden herzlich aufgenommen beim gemeinsamen Plantschen (ich wieder mal mit Leiberl und Sarong fertig zum Ertrinken) und viel fotografiert. Besonders als wir asiatische Poser-Fotos machen (die wir mittlerweile lieben), seh ich aus den Augenwinkeln ein wahres Blitzlichtgewitter.

Bisher hatten wir eigentlich Glück mit den Unterkünften in Indonesien. Die Reisegöttin ist uns auf der Reise allgemein sehr gut gesinnt, wir kriegen häufig die letzten zwei Bustickets, den letzten guten und billigen Bungalow, erreichen einen Tag vor Hauptsaison eine Insel und können uns die Unterkunft noch aussuchen, ergattern Bustickets, obwohl die Busfahrt eigentlich schon seit einer Woche ausgebucht ist etc. Super! Die indonesischen guesthouses hatten bisher alle einen sehr gemütlichen Gemeinschaftsbereich, was uns im Laufe der Reise immer wichtiger geworden ist. In Bandung verbringen wir einen gemütlichen Abend mit der Belegschaft. Boris spielt Gitarre mit den locals und ich ratsche mit einen Mitarbeiter ewig und quäle ihn mit Fragen über indonesische Vokabeln, was er hocherfreut hinnimmt.

musizieren im guesthouse

musizieren im guesthouse

In einer anderen Unterkunft sitzen wir gemütlich auf der Couch, als ein Indonesier von einem anderen Tisch zu uns kommt und uns Tränen lachend ein Video auf seinem Handy vorspielt: Ein Video mit klamaukhaften Hoppala-Episoden, wobei die meisten Witze darauf beruhen, dass Moslems beim Beten in den Hintern getreten werden. Der muslimische Mann neben mir rollt sich vor Lachen und kriegt sich gar nicht mehr ein. Ich find’s auch lustig, bin aber überrascht, dass man über Religion in einem solchen Ausmaß Witze machen kann.

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