hong kong

hong kong war für mich schon länger ein wunschziel. ich glaube seit ich in einem interview mit einem hongkonger (keine ahnung mehr wer) mal gelesen habe, dass die stadt im film „blade runner“ für ihn keine zukunftsvision, sondern alltag, eben hong kong ist.

dazu kommt natürlich das hong kong-kino, vor allem die filme von wong kar-wei, die es mir vor jahren mal ziemlich angetan haben. das hotel hatten wir eilig ohne große recherche gebucht und wir hatten großes glück: das zimmer befindet sich in den „chunking mansions“, drehort von wong kar-weis „chungking express“. ein guter anfang und ein ziemlich interessanter ort.

der rest des 5-tägigen aufenthalts bestand in erster linie aus laufen, schauen und staunen. ich bin mit der u-bahn zu verschiedenen endstadtionen gefahren, weil ich unbedingt wissen wollte, wie die vorstädte aussehen. z.b. so:

heng fa chuen suburbs

heng fa chuen suburbs

das schaut jetzt sehr nach sozialem wohnbau und „problemviertel“ aus, tatsächlich parken hier vor der tür porsches, mercedes und limousinen. das bewohnbare gebiet der stadt ist übrigens nach monaco das am dichtesten besiedelte gebiet der welt. die dichte und höhe der häuser hat für mich was extrem anziehendes und ich könnte mir schon vorstellen, so zu wohnen. die menschen sind, wie bei fast allen unseren bisherigen destinationen, sehr freundlich und dazu kommt, anders als bei den
bisherigen, dass sie offensichtlich von den briten auch die höflichkeit übernommen haben. das macht den aufenthalt sehr angenehm und die stadt wirkt auch sonst erstaunlicherweise nicht sehr stressig.

nachdem wir fast 5 monate kaum konzerte, austellungen und kino besucht haben, waren wir kulturell schon ziemlich ausgehungert. galerien hat die stadt einige, konzerte erstaunlich wenig, wir mussten uns mit 2. klassigen lokalen bands zufriedengeben. dafür dient das foyer des veranstaltungsortes, in dem das konzert stattfand, als abstellplatz für ferraris. im kino des hongkong filmarchivs sahen wir dann noch einen film aus der reihe „100 must see hong kong movies“. ein traum.

ansonsten herrscht reizüberflutung. screens, einkaufszentren und zwangsbeschallung überall. die asiaten und der sound, dem muss ich mal einen eigenen artikel widmen. alle 10 sekunden kommt auf den rolltreppen die durchsage „please hold the handrail“ und für taube und leute mit kophörer wird jeden meter mittels aufkleber darauf hingewiesen. zeuge eines unfalls wurde ich nie und da ich schon eher draufgängerisch veranlagt bin, fuhr ich die meiste zeit freihändig.

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