hoi hanoi!

hanoi ist mir die bisher liebste asiatische großstadt. sehr europäisch (altstadt), sehr asiatisch (alles andere) zu gleich. kaffeehäuser in denen unglaublich guter filterkaffee ausgeschenkt wird. das kaffeefiltersystem ist sehr hübsch und der kaffee ist sehr cremig und schmeckt stark nach kaokao. es gibt sehr gutes lokales essen und sehr nette und kommunikative „biergärten“ auf den gehsteigen. ein idealer ort also um ein paar tage zu bleiben. zum ersten mal seit langer zeit habe ich auch wieder mal einen kater.

der verkehr ist auf den ersten blick sehr chaotisch, aber folgt eigentlich klaren regeln:
1) das stärkere fahrzeug hat vorrang (lkw/bus >pkw>moped>fahrrad>fussgänger)
2) asiaten schauen kaum nach hinten. falls es eng wird, warnt der hintere den vorderen mit einem hupen
3) nie ganz rechts fahren. diese spur muss für rechtsabbieger der seitenstraße bzw. mopeds die auf der linke straßenseite fahren freigehalten werden.

4) das ganze verhalten ähnelt dem eines fischschwarms. dh man versucht die abstände links und rechts immer gleich zu halten.
5) stehenbleiben ist eine blöde idee. immer schön im fluss bleiben.

mittlerweile macht das fahren richtig spass.

nach anfänglichen anpassungsschwierigkeiten finde ich die vietnamesen mitterweile sehr nett. ich musste mich erst an ein paar dinge gewöhnen: der umgangston ist manchmal etwas lauter, es ist stressiger und man zahlt als tourist praktisch immer zuviel. zudem gibt es eine unglaubliche preisliche willkür, welche man als aussenstehender nur sehr schwer versteht. die preisspanne einer 2 tägigen tour durch die halong-bucht (die touristenattraktion schlechthin) reicht von 36$ – 90$ für das gleiche angebot. will man ein bisschen ein besseres schiff, zahlt man auch gerne mal über 200$. unsere tour wurde nach der 3h busfahrt zur bucht auf einen tag gekürzt, da für den abend unwetter vorhergesagt wurde. das wäre ja kein problem, nur die art und weise wie das kommunziert wurde, war schon sehr mühsam. dann muss noch um jeden dollar bei der rückerstattung diskutiert werden und man ist sich nie ganz sicher ob man nicht doch über den tisch gezogen wird. sei´s wie es sei, es ist ein gutes training um ruhig zu bleiben, dinge gelassener zu sehen und mehr so zu nehmen wie sie kommen. wenn man sich mal darauf eingestellt hat und immer freundlich darauf hinweist, dass man sicher nicht den 3fachen preis bezahlt, höchstens den 1,5fachen, kommt man gut miteinander aus. mittlerweile bin ich schon sehr entspannt und rege mich kaum mehr auf.

nach hanoi gings nach ninh binh zur „trockenen halong bucht“, ein sehr hübscher mopedausflug.

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