The End

So, das war das Ende:
Entspannen und tauchen de luxe auf der Trauminsel.
Dann Kuala Lumpur. Hauptsache noch viel Essen. Bis zum vorletzten Tag sind wir emotional total entspannt, haben auf angenehme Art und Weise genug vom Reisen, freuen uns auf nach Hause und dann kommen die zwei letzten Tage und wir sind panisch-verzweifelt. Die letzten Tage waren echt noch schön und gemütlich, leckeres Essen, Marktbesuch, Massage durch zwei blinde Masseur_innen – der perfekte Abschluss für Asien. Dann Flüge, wo uns super ausgestattete Entertainment-Systeme vom Schlafen abhalten. Ich treffe die erste europäische Nicht-Reisende seit sieben Monaten, die deutsche Stewardess in der Air Berlin, und die schnauzt mich gleich mal an. Berlin ist dann echt ein Schock, wir finden sogar Neukölln überadrett und sauber und packen’s gar nicht. Am Flughafen wär ich am liebsten wieder umgedreht. Dann noch ein paar schöne Tage in Berlin und dann Wels…

Malaysien die Zweite

Das unten auf dem Foto ist Lolo. Lolo arbeitet in dem indonesischen guesthouse, das wir ewig krank belagert haben. „I always wanted to open a hospital“ witzelt sie. Gemeinsam lachen wir über Reiseerfahrungen: „New bacteria, new experiences.“ Die ganze Gasse kennt uns. Als wir am vorletzten Tag vor unserer Abreise tatsächlich doch noch einen Ausflug zu einen der umliegenden Tempel machen, fragt uns der uns unbekannte Mann, der uns um fünf Uhr früh abholt: „And, do you feel better?“ Die anderen guesthouse-Besitzer_innen fragen Lolo derweil aus, wie sie es macht, dass ihre Gäste so lange bleiben. Lolo hat Humor, aber es nicht ganz so leicht, wie zu vermuten ist: Sie ist seit zwei Jahren geschieden, hat drei Kinder, von denen zwei bei ihrem Bruder in einer anderen Stadt leben – seit einem halben Jahr hat sie sie nicht mehr gesehen. Früher trug sie Kopftuch, ihrem Mann zuliebe, heute nicht mehr, weil ihrem syrischen Freund, der als Koch eventuell in Wien arbeiten wird, das besser gefällt. Da gibt es aber auch einen Franzosen, der gerade in Australien ist, dann aber wieder nach Indonesien kommen will. Sie weiß nicht, mit wem’s was wird, sie hofft aber mit dem Syrer, der plane eine Zukunft mit ihr, der andere nicht. Ihr Job im guesthouse wackelt, obwohl sie den echt super macht, sehr gut Englisch spricht, und uns extrem viel hilft: Sie besorgt uns einen Arzt mit internationaler Lizenz, sitzt bei uns im Zimmer, wenn der Arzt kommt, dolmetscht uns die Sachen aus, die der Arzt auf Englisch nicht sagen kann, versorgt uns mit Fruchtsäften und Gesichtsmasken. Als wir ihr zum Abschied zwanzig Dollar mit einer Karte als Geschenk geben und hoffen, dass es nicht falsch ankommt, weint sie vor Rührung und ist froh, dass wir Freunde geworden sind.

Dann wieder Malaysien. Die Rauchwolke ist glücklicherweise schon abgezogen. Unvorstellbar aber, wie viel Wald auf Sumatra abgefackelt werden muss, dass es fast die gesamte malaiische Insel umwölkt. Die Malaien und Singapurianer sind auf die Indonesier_innen böse, weil die die Brände nicht schnell genug löschen. Die Indonesier_innen geben die Schuld den Palmölfirmen in Malaysia und Singapur, die zwar offiziell eine „no-burn-policy“ vertreten, die Einheimischen auf Sumatra dann aber anfeuern, Brände zu legen. Die Präsenz der Palmölfirmen ist auch so auffallend: Circa 80% von Malaysia sind von Palmen in Spalier gepflanzt bedeckt, sieht echt traurig aus.
Wir sind in Kuala Lumpur – in „KL“, wie man als jemand, der Bescheid weiß, hier sagt – aber glücklich: Wir steigen in den ersten malaiischen Luxus-Bus, der uns in die Cameron Highlands bringt und wissen: Schon alleine wegen der Busse war es die richtige Entscheidung, wieder nach Malaysia zu kommen. In den Bergen haben wir ein Treffen mit Verena und Theresa vereinbart, die sind aus Österreich, Verena ist aus Wels, wir kennen uns nicht, aber man hat ja gemeinsame Bekannte. Wir machen uns ein paar gemütliche Tage mit Essen, auf der Terrasse rumsitzen und Ausflügen. Boris wird später behaupten, in den Cameron Highlands gebe es gar keine anstrengenden Treks, das stimmt aber nicht ganz: Einmal lassen wir uns auf den höchsten Aussichtspunkt auf einem Berg mit dem Taxi hinaufkutschieren. Am nächsten Tag suchen wir uns die kürzeste Wanderung mit den geringsten Höhenmetern aus und spazieren 1-2 Stunden durch den Wald. Gemütliche Pensionist_innenausflüge.

Nächste Station Georgetown. Gemütlich! Wir wohnen super, es gibt ein breites Spektrum an kulinarischen Genüssen, westlich orientierte Kaffeehäuser und Kuchen… So verbringen wir unsere Tage. Zwischendurch wandern wir herum und schauen uns ein bisserl die Stadt an. In Georgetown besuchen wir einen „Flohmarkt“. Schon alleine die Taxifahrt ist ihr Geld wert. Der chinesisch-stämmige Mann erklärt uns, dass das Land so korrupt sei, erklärt uns jedes historische Gebäude, das wir passieren. Außerdem sollten wir als Touris uns gleich beim Einstieg in ein Taxi die Taxinummer einprägen, falls irgendwas passiert. Seine Nummer ist HP 1389, falls er uns also beispielsweise ausraubt, können wir der Polizei sagen, Taxi HP 1389 hat uns ausgeraubt. „Sie werden uns ja wohl nicht ausrauben?“ frage ich, „man weiß nie“ meint er daraufhin. Beim Gedanken an den Flohmarkt schüttelt es ihn: Chines_innen mögen keine gebrauchten Sachen kaufen, klärt er uns auf, könnte Toten gehört haben. Der „Flohmarkt“ ist dann aber wie jeder gewöhnliche Markt in Asien auch. Es gibt kaum alte Sachen, meistens neue, alles aus Plastik. Dieser Markt ist aber irgendwie schon speziell: Man kann sich an einem kleinen Stand die Zähne richten lassen und ein Magier oder Medizinmann erklärt den interessiert Umstehenden anhand eines Skeletts, das wie eine Mischung aus Mensch und Dinosaurier aussieht, Magisch-Medizinisches. Dazwischen gibt es v.a. Stände mit „Männersachen“: Klobigen Silberringen mit Steinbesatz, die man am Ring- oder kleinen Finger trägt, Wünschelruten, Rauchutensilien. Ich kauf mir noch mal dieselben Ohrringerl, die ich schon habe, in einer anderen Farbe, jetzt bezahle ich 6,5 Ringgit statt 20 wie beim ersten Kauf. Boris ersteht die lang ersehnte Reise-Schuhbürste (wirklich!).
In Georgetown treffen wir auch wieder mal die seltene Spezies von österreichischen Reisenden, ein junges Paar um die 19, Anfang 20. Ihre gleichaltrigen Freund_innen wären über ihre Reisepläne alle schockiert gewesen, sie würden soviel Zeit verlieren, vor allem für die Pensionsanrechnung, meinten alle! Ich finde das unglaublich, Boris geht Anderes im Kopf herum: „Mit Anfang 20 als Paar! reisen! Das ist ja noch laffer als in unserem Alter!“

Melakka ist dann eh auch so ähnlich wie Georgetown: Wieder leckeres Essen, ausgezeichnete selbst gemachte Bäckereien im guesthouse – wir essen und schauen uns dazwischen die Stadtarchitektur an. In beiden Orten gibt es einen großen Chines_innenanteil, wir verlieben uns in wan tan-Suppe. Überhaupt verbringt man einen Großteil der Zeit auf Reisen damit, nach gutem Essen Ausschau zu halten, zu beraten, wo man gut essen könnte, zu essen oder über Essen zu reden. Dazwischen bleibt wenig Zeit. Einen guten Teil verbringt man damit, frisch gepresste Säfte zu trinken oder ein Kaffeehaus mit Espressomaschine für Boris zu suchen. Melakka ist allerdings ein wenig getrübt: Boris hat ein wenig erhöhte Temperatur und kränkelt, ihm tut der Hals wieder weh, mir ein paar Tage später auch – vom Kränkeln hab ich echt die Nase voll.

In Malaysia gibt es auch viele einheimische Tourist_innen, die bewegen sich hauptsächlich in Tourigruppen. Eine bestimmte Frau mit Regenschirm am Beginn der Schlange, alle die gleichen Leiberln oder Ausweise, am Ende der Reihe brüllt ein Mann ins Headset und winkt die Touris über die Strasse. Die benehmen sich wie überall: Sie stehen gekonnt dem Verkehr im Weg. Sie merken es, bleiben stehen und winken rechthaberisch-helfend die Autos weiter, stehen aber noch immer im Weg. Die Angehörigen dieser Reisegruppen sprechen einen oft an. Ein Malaie fragt uns, woher wir kommen, Boris fragt ihn, ob er aus Japan ist. Der reißt die Augen auf und antwortet erstaunt, da schwant ihm, dass er aufs Schauferl gesprungen ist und lacht gequält.

Ja, und dann kommt auch schon der letzte Strandaufenthalt, in Pulau Tioman – zum zweiten Mal sind wir hier. Verena und Theresa haben die Sesserl schon aufgewärmt und sind ein paar Tage vor uns angekommen. Eine super Bucht, die wir da gefunden haben! Am 17. Juli geht’s nach Hause, bzw. zuerst nach Berlin, um den Aufprall des Kulturschocks ein wenig abzufedern. Ich fahr jetzt doch auch gemeinsam mit Boris nach Hause. Ursprünglich wollte ich ja noch länger bleiben, mindestens ein Monat. Das war allerdings bevor wir unsere Indonesien-Reise abgebrochen haben: Ich wollte noch ein wenig auf Bali bleiben und dann noch mal auf der malaiischen Hauptinsel herumgondeln. Die aufgetauchte leichte Reisemüdigkeit, die ich in Indonesien aber schon mal verspürt habe, hat sich mit der bakteriellen Rachenentzündung dann aber verstärkt. Und: Als wir ohnehin gemeinsam zurück auf die malaiische Hauptinsel wollten, wußte ich nicht mehr, wohin dann mit mir noch. Also: Auf nach Hause. Am 17. Dezember weggefahren, am 17. Juli wieder nach Hause aufgebrochen. Besonders gefällt mir daran das Primzahlen-Datum, was ich Boris gegenüber – durch häufige und fatal falsche Primzahlenbehauptungen bin ich in Mißkredit geraten – allerdings nur schwitzend eingestehe…

muezzin from hell

hier gab es schon länger keinen eintrag mehr und das hat seinen grund. vroni und ich waren krank und mussten länger im bett bleiben. seit 2 wochen sind wir in yogyakarta und haben uns praktisch nicht von unserem hostel entfernt. indonesien meint es nicht so gut mit uns: bis vor ein paar tagen war hier noch immer regenzeit, obwohl die seit ende april eigentlich vorbei sein sollte und dann auch noch eine bakterielle racheninfektion. das ganze grätzel hier kennt uns schon und fremde menschen sprechen mich auf der straße an und erkunden sich nach unserem wohlbefinden. das ist sehr nett. weniger ideal ist, dass an unserem hostel eine moschee angrenzt. wie es sich für asien gehört haben die auch ein ordentliches soundsystem auf das dach gepackt, damit man nur ja keine nuance der muezzins überhört. 10 tage im bett, 6 x am tag zwangsbeschallung, da wird die toleranz auf eine harte probe gestellt. die beschallung übernehmen 3 verschiedene muezzins. am nervigsten ist jener in der frühschicht (4:30h). mit einer unglaublichen intensität presst er wie christina aguilera jene einzelne silbe heraus und reißt uns aus dem schlaf. am kuriosesten ist der „muezzin from hell“: der grummelt und krächzt und ich bin mir sicher er will uns alle in die hölle schicken.
eine kleine hörpobe:

muezzin from hell

dafür haben sich die hostelbetreiber wirklich nett um uns gekümmert, jetzt sind wir jedoch wieder halbwegs fit und der regen hat auch aufgehört, aber wir haben trotzdem von indonesien genug und werden heute wieder nach malaysien abreisen. südmalaysien übrigens, wird derzeit von einer riesigen rauchwolke eingehüllt, da auf sumatra wälder im großen stil illegal abgebrannt werden. man hat es nicht immer leicht auf reisen.

vorher hatten wir noch einen schönen ausflug in pangandaran und jetzt in den letzten tagen in yogyakarte haben wir es doch noch zu einem der tempel (borobudur, größte buddhistische tempel von da wöd) geschafft.

 

Fotos

Tourists from Australia

Auf den Perhentian Islands gehen wir zweimal tauchen und einmal schnorcheln, wir beobachten eine Riesenschildkröte (die coolsten!), sehen viele Haie und Fische. Dann reicht’s aber auch mit Strandurlaub, ab geht’s nach Kuala Lumpur für einen Tag Stadtbesichtigung, und dann auf nach Indonesien.

Das indonesische Essen ist extrem lecker, abgesehen von Winner Schnitzel, sweet shower chicken und pain rice, gibt es viele kulinarische Leckerbissen – immer eine wichtige Facette einer Destination für jemanden, der zuhause zukünftig als professionelle Esserin arbeiten möchte.

Auf den bisherigen gemachten Stationen gab es nicht sehr viele Tourist_innen. Dementsprechend sind häufig wir die eigentliche Tourist_innenattraktion. Menschen starren uns nach, häufig werden wir um ein gemeinsames Foto angefragt. Unten eine Auswahl aus dem Botanischen Garten in Bogor. Die muslimischen Mädchen sind besonders putzig, sie umringen uns und kreischen hysterisch; wir werden wie Popstars behandelt; als wir bereitwillig in ein gemeinsames Foto einwilligen, sind sie überglücklich.

Ab dem nächsten Tag wollen wir Geld verlangen: „Make photo, one dolllaaa.“ Frechheit ist es ja schon, da fährt man so weit und dann wird man als Touri-Attraktion behandelt, wissen die denn nicht, dass es umgekehrt sein muss?!

Auch beim WC-Stop auf der Busfahrt von Bandung nach Pandangaran bin ich unerwartet und plötzlich im Mittelpunkt: Der WC-Mann spricht mich an, dass ich von Australien sei. Das hat ihm wohl der Busfahrer gesteckt, der muss es von den indonesischen Reisenden haben, mit denen wir vorm Einstieg in den Bus getratscht haben. Pui. Dann umringen mich plötzlich immer mehr Frauen und reden aufgeregt; ich bin etwas verwirrt ob der plötzlichen Situation, und unsicher, ob die stetig wachsende Ansammlung feindlich oder freundlich gesinnt ist. Hab ich was falsch gemacht? überleg ich noch kurz, dann strecke ich der Menschenansammlung entschlossen meine Hand entgegen und rufe „Hello“. Allgemeines Gelächter, jetzt muss ich allen die Hand schütteln. Die Runde ist begeistert von meiner Anwesenheit, die einzige Indonesierin, die Englisch spricht, sagt dann laut und feierlich: „Welcome in Indonesia.“ Sehr nette Episoden spielen sich hier ab.

Ein anderes Highlight, auch sehr lokaler Natur: Wir machen einen Ausflug mit zwei Deutschen und einer Niederländerin und lassen uns in einem gemieteten Auto rumkutschieren. Wir besichtigen einen Vulkan und fahren zu einer Badestätte mit heißen Schwefelquellen. Dort sind wir die einzigen Touris, werden herzlich aufgenommen beim gemeinsamen Plantschen (ich wieder mal mit Leiberl und Sarong fertig zum Ertrinken) und viel fotografiert. Besonders als wir asiatische Poser-Fotos machen (die wir mittlerweile lieben), seh ich aus den Augenwinkeln ein wahres Blitzlichtgewitter.

Bisher hatten wir eigentlich Glück mit den Unterkünften in Indonesien. Die Reisegöttin ist uns auf der Reise allgemein sehr gut gesinnt, wir kriegen häufig die letzten zwei Bustickets, den letzten guten und billigen Bungalow, erreichen einen Tag vor Hauptsaison eine Insel und können uns die Unterkunft noch aussuchen, ergattern Bustickets, obwohl die Busfahrt eigentlich schon seit einer Woche ausgebucht ist etc. Super! Die indonesischen guesthouses hatten bisher alle einen sehr gemütlichen Gemeinschaftsbereich, was uns im Laufe der Reise immer wichtiger geworden ist. In Bandung verbringen wir einen gemütlichen Abend mit der Belegschaft. Boris spielt Gitarre mit den locals und ich ratsche mit einen Mitarbeiter ewig und quäle ihn mit Fragen über indonesische Vokabeln, was er hocherfreut hinnimmt.

musizieren im guesthouse

musizieren im guesthouse

In einer anderen Unterkunft sitzen wir gemütlich auf der Couch, als ein Indonesier von einem anderen Tisch zu uns kommt und uns Tränen lachend ein Video auf seinem Handy vorspielt: Ein Video mit klamaukhaften Hoppala-Episoden, wobei die meisten Witze darauf beruhen, dass Moslems beim Beten in den Hintern getreten werden. Der muslimische Mann neben mir rollt sich vor Lachen und kriegt sich gar nicht mehr ein. Ich find’s auch lustig, bin aber überrascht, dass man über Religion in einem solchen Ausmaß Witze machen kann.

Über Festtage…

Ich habe Geburtstag, werfe mich in die Abendgarderobe, auf dem roten Teppich warten sie schon:

Geburtstagskind aufm roten Teppich

Geburtstagskind aufm roten Teppich

Oder, eher vielleicht: Wir machen eine zweitägige Dschungeltour. Hand aufs Herz, nüchtern betrachtet sieht das so aus: Man zahlt viel Geld. Man borgt sich einen stinkenden Rucksack aus. Man schleppt schwer an Ausrüstung und Vorräten. Man stülpt zur Abwehr der Blutegel-Attacken die Socken über die Hosenbeine. Man schwitzt innerhalb einer Stunde seine gesamte Kleidung durch. Man schleppt sich über Stock und Stein. Im 10-Minuten-Takt patscht man mit den Turnschuhen in ein Dreckslock und der ganze Matsch durchnässt die Füße bis zu den Socken. Man bekommt schlechtes Dosenfutter- und Fertignudelessen. Man ist ungeheuer dreckig und stinkt. Man schläft in einer großen Höhle mit Fledermäusen. Die Fledermäuse pieseln und scheißen runter, wenn man Pech hat, erwischt’s einen direkt ins Gesicht. Bevor man sich auf die Bettstatt legt, sieht man einen halben Meter vorm Lager eine fette Ratte vorbeilaufen. Es taucht ein Stachelschwein auf, das sich an den Vorräten gütlich tut. Man kann lange nicht schlafen, aus Angst, dass Stachelschwein ersticht einen hinterrücks oder schleckt einen ab. Kurz taucht der Gedanke auf, man hätte das Geld eventuell besser in ein luxuriöses Hotel investiert. Dann liegt man da und zieht ein Fazit: irgendwie lässig!

Nach dem Dschungelaufenthalt zieht’s uns in saubere Gefilde, wir flüchten wieder auf eine Insel: Perhentian Islands und vergnügen uns hier (ab morgen!) mit Schnorchelausflügen und Tauchgängen. Amüsant: Bisher haben wir in 5,5 Monaten Reise nur drei Österreicher_innen getroffen. Als wir unseren Bungalow beziehen, fällt plötzlich auf, dass die zwei Nachbar-Bungalows mit Oberösterreicher_innen befüllt sind, die sich untereinander auch nicht kannten! Wir verbringen einen netten Abend und erzählen uns gegenseitig Schauergeschichten über und aus Österreich, Oberösterreich, Linz und dem Harterplateau. Ich amüsier mich köstlich über eine typisch österreichische Frage, die der Linzer an uns stellt: „Bei wöcher Bank seids ihr eigentlich, bei der Raika oder der Sparkassa?“

Letzte Woche haben wir einen Kajak-Ausflug gemacht und entgegen aller Erwartungen extrem viele Tiere gesehen (sogar wir!): zwei Warane (einer riesig!), ein Eichhörnchen, Quallen – da war ich schon äußerst zufrieden. Aber dann plötzlich, ganz nah, eine ganze Horde Affen und drei Seeotter!

Zu Malaysia: Interessant wie man auf die eigenen Rassismen und Vorurteile gestoßen wird. Eine bis dahin sympathische Amerikanerin war in Vietnam so freundlich, mir zu erklären, dass Malaysia furchtbar sei, weil: „It’s full of muslims, you know!“ So weit war ich mit meinen Vorurteilen zwar nicht, tatsächlich hatte ich aber Bedenken, wie es hier als Frau wohl sein würde. Dann die Ankunft und das Staunen: Malaysia hat bei weitem das größte Bruttosozialprodukt von allen bisher bereisten Ländern (außer Hongkong) und das sieht man. Die Malai_innen sind – wieder abgesehen von den Hongkonger_innen – das freundlichste und zudem offen zugänglichste Volk bisher. Und man bemerkt: Man hatte sich ein dreckiges, muslimisches Land vorgestellt. So schwindelt sich die weit verbreitete Islamfeindlichkeit also auch in den eigenen Kopf. Als Frau hatte ich bisher keine Probleme, bin aber wie immer knie- und schulternbedeckt gekleidet, zudem meistens in Begleitung eines Mannes und ich weiß auch nicht, wie’s wirklich in einem Landdörfchen ohne jeglichen Tourismus ist. Nur eine kleine ärgerliche Episode: Gestern will ich bei der Kasse im Restaurant zahlen. Fragt mich der Kassierer freundlich (aber ernst!), wo denn mein Mann sei, was ich denn hier wolle, er müsse doch zahlen, er müsse doch das Geld verwalten – nicht ich -, es sei doch sein Geld. Kulturelle Unterschiede hin und her, dem hätte ich gern den Kopf abgerissen!

Städtetouring

Im Moment sind wir auf einer malaiischen Insel, chillen. Nach dem eher schnellen Reisen in Vietnam und dann zwei Städteaufenthalten in Hongkong und Singapur war eine Entspannungsphase dringend nötig. Der erste Tag war komplett ungewohnt: nichts zu organisieren, zu tun, zu checken – ich falle direkt in ein Loch und weiß erst mal nichts mit mir anzufangen, erhole mich aber schnell ;). Ein schönes Platzerl haben wir uns wieder mal gefunden, die lange Bucht mit Bungalow direkt am Meer teilen wir uns mit circa acht anderen Menschen.

Malaysia, Blick vom Bungalow

Malaysia, Blick vom Bungalow

Hongkong war super und als sehr westlich orientierte Großstadt mit einem relativ hohen Level an Wohlstand total ungewohnt: Wir fallen als westliche Ausländer_innen einmal nicht auf – positiv. Alle laufen mit Handys, Smartphones und ipads bzw. tablets rum, ständig und überall – auch beim Gehen – spielend, schreibend, telephonierend und obstruieren einem beim Weiterkommen durch ihre ständige Bildschirmschauerei (grr). Es gibt wieder Ausländer_innen! Also richtige Migrant_innen! Alleine das deutet schon auf den Großstadtfaktor hin. Bei dieser Gelegenheit fällt mir auf, dass die Inder – es sind vornehmlich Inder_innen in den Chungking Mansions, wo wir wohnen – alle einen kleinen, prallen Wamps kriegen; das Baucherl wird nicht schlabrig wie in unseren Breiten, sie sehen eher aus als wären sie ein bisschen schwanger; das muss wohl an der Ernährung liegen.
Hochhäuser, Hochhäuser, Hochhäuser! Boris ist begeistert und will uns quasi schon in einer Hochhaussiedlung, die er wunderschön findet und der Gartenstadt-Siedlung verblüffend gleicht (echt häßliche Teile!), einmieten; ich fürcht mich ein bisserl. Überall, überall Shopping Malls! Alles ist bestens organisiert und läuft wie am Schnürchen, z.B. das öffentliche Verkehrssystem. Eigentlich ist es eine sehr britische Großstadt (kein Wunder) mit vielen Ge- und Verboten: „Please hold the handrail!“ (auf der Rolltreppe), beim Straßen-überqueren steht fett „Look right!“ oder „Look left!“ am Boden, essen und trinken in der U-Bahn verboten, „Please mind the gap!“ sagt die panische Lautsprecherdurchsage beim Verlassen des U-Bahnzuges. Desweiteren herrscht ein Desinfektionswahn in der Stadt: „This handle is disinfected eight times a day.“ ist der Türgriff des Kunstmuseums beschriftet. Apropos Kunstmuseum: Es gibt wieder ein Kulturangebot, das der Rede wert ist! Hungrigst stürzen wir uns darauf – Boris hat eh schon berichtet. Der Auftritt dreier Rockbands, dem wir beiwohnen durften, war aber mehr als mau. Ich fühlte mich melancholisch an meine Teenagerzeit erinnert, wo ich aus freundschaftlichen Verpflichtungen viele solcher Konzerte besuchte. Außerdem waren wir auf einer Ausstellung zur zeitgenössischen Kunst Hongkongs und die weise Kunstinstallation fragte Boris: „Why do you smell of cookies?“ Ich war ganz baff, wie die Kunstinstallation das weiß. Was die Künstler_innen heutzutage alles können…
Die Chines_innen sind echt hübsch, bisher die feschesten Asiat_innen, das hätte ich nicht erwartet. Allerdings sind viele westlich orientiert gekleidet und gestylt, was unserem Auge sicher näher kommt. Eine weitere Eigenart Hongkongs: Die von den besuchten Orten bisher am meisten gekühlte Stadt Asiens. Die Außentemperaturen waren recht okay, man möchte fast sagen: frühlingshaft. Bei Temperaturen also, bei denen wir maximal – maximal! wenn wir überhaupt etwas tun würden! – den Kamin einheizen würden, wird in Hongkong mittels Klimaanlage alles eisgekühlt. Überall ist es eisig! Es scheint außerdem einen Zusammenhang zwischen angestrebtem Reputationslevel und herrschender Temperatur zu geben. Sprich: Die teuersten Designer-Einkaufszentren und die edelsten Kunstinstitutionen sind am kältesten. Desweiteren sind die WC-Anlagen in einem EKZ, das auf sich hält, nochmal kälter als der Rest des Gebäudes. Wir sind glücklicherweise schon daran gewöhnt, werden nicht krank. Wissen die eigentlich von der Umweltverschmutzung?
Die grellen Reklameschilder, die hohen Häuser, die vielen Kulturangebote, die pulsierende Stadt – Hongkong hat mich total aufgeheizt und ich kann zwei Tage bis um drei Uhr früh nicht schlafen.

Dann heißt’s ab nach Singapur. Wir kommen an, haben nichts gebucht und keine Ahnung von der Stadt. Die Stadt ist sauteuer, so nehmen wir uns Betten im 8-Bett-Schlafsaal (ich hatte gehofft, ich wär schon zu alt für sowas), haben Glück mit den Schlafgenoss_innen und können ein paar Nächte erstklassig schlafen. Eine überraschend positive Erfahrung, die Leute im Hostel sind total nett und es gibt einen wirklich netten Aufenthaltsraum. In gewissem Sinne ist Singapur die Steigerung Hongkongs: Es geht nochmal mehr ums Einkaufen, an jeder Ecke gibt’s einen glänzenden shop. Und, zweitens, die Verbote: Essen oder Trinken in der U-Bahn wird mit 500 Dollar geahndet, genau so viel kostet die Geschwindigkeitsüberschreitung auf der Autobahn, Müll wegschmeißen in der U-Bahn kostet dann schon 1.000,-. Kaugummi kauen – lange ein berühmt-berüchtigtes Verbot in der Stadt – scheint aber mittlerweile akzeptiert, Kaugummis kann man zu medizinischen Zwecken immerhin schon in der Apotheke kaufen. Eine Steigerung von Hongkong, die nervt: Das Ausmaß der Verbote und die Bestrafung deuten auf eine rigide Gesellschaft hin, die Einkaufszentren kann ich nicht mehr sehen. Gleichzeitig fehlt der Stadt das Leben Hongkongs: Die skyline ist nicht so beeindruckend, die Kunstszene nicht so gut…hier geht’s eigentlich wirklich nur um Konsum. Das einzige, was dann aber wirklich herausragend positiv ist: Dass so viele Kulturen auf einem Fleck wohnen und die leckeren foodstalls, die diese vielen Kulturen dankenswerterweise betreiben.
Wir waren in unseren zwei Tagen Singapur im Zoo. Nachdem sich bei unseren Wanderungen die Viecherln immer vor uns verstecken – bisher haben wir nur ein paar Vögel (wen interessieren schon Vögel so richtig?!) und einen stark suizidgefährdeten Affen gesehen –, sehen wir mal endlich Tiere. Unerwarteter Sieger des Zoobesuchs: Das Nilpferd. Stämmig, aber grazil schwimmt es mit blitzblauen Augen durchs Wasser. Auf Platz Nr. 2: Kopulationsversuche von Riesenschildkröten. Gute Güte, sieht das patschert aus! Er wackelt von hinten ran, hievt sich mit dem Kopf auf ihren Panzer, rudert mit den Vorderpfoten auf ihrem Rückenpanzer rum, um sich vorwärts zu schieben, rutscht immer wieder runter und zerkratzt ihr ein bisserl den Panzer mit den Krallen… ein Wahnsinn!

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hong kong

hong kong war für mich schon länger ein wunschziel. ich glaube seit ich in einem interview mit einem hongkonger (keine ahnung mehr wer) mal gelesen habe, dass die stadt im film „blade runner“ für ihn keine zukunftsvision, sondern alltag, eben hong kong ist.

dazu kommt natürlich das hong kong-kino, vor allem die filme von wong kar-wei, die es mir vor jahren mal ziemlich angetan haben. das hotel hatten wir eilig ohne große recherche gebucht und wir hatten großes glück: das zimmer befindet sich in den „chunking mansions“, drehort von wong kar-weis „chungking express“. ein guter anfang und ein ziemlich interessanter ort.

der rest des 5-tägigen aufenthalts bestand in erster linie aus laufen, schauen und staunen. ich bin mit der u-bahn zu verschiedenen endstadtionen gefahren, weil ich unbedingt wissen wollte, wie die vorstädte aussehen. z.b. so:

heng fa chuen suburbs

heng fa chuen suburbs

das schaut jetzt sehr nach sozialem wohnbau und „problemviertel“ aus, tatsächlich parken hier vor der tür porsches, mercedes und limousinen. das bewohnbare gebiet der stadt ist übrigens nach monaco das am dichtesten besiedelte gebiet der welt. die dichte und höhe der häuser hat für mich was extrem anziehendes und ich könnte mir schon vorstellen, so zu wohnen. die menschen sind, wie bei fast allen unseren bisherigen destinationen, sehr freundlich und dazu kommt, anders als bei den
bisherigen, dass sie offensichtlich von den briten auch die höflichkeit übernommen haben. das macht den aufenthalt sehr angenehm und die stadt wirkt auch sonst erstaunlicherweise nicht sehr stressig.

nachdem wir fast 5 monate kaum konzerte, austellungen und kino besucht haben, waren wir kulturell schon ziemlich ausgehungert. galerien hat die stadt einige, konzerte erstaunlich wenig, wir mussten uns mit 2. klassigen lokalen bands zufriedengeben. dafür dient das foyer des veranstaltungsortes, in dem das konzert stattfand, als abstellplatz für ferraris. im kino des hongkong filmarchivs sahen wir dann noch einen film aus der reihe „100 must see hong kong movies“. ein traum.

ansonsten herrscht reizüberflutung. screens, einkaufszentren und zwangsbeschallung überall. die asiaten und der sound, dem muss ich mal einen eigenen artikel widmen. alle 10 sekunden kommt auf den rolltreppen die durchsage „please hold the handrail“ und für taube und leute mit kophörer wird jeden meter mittels aufkleber darauf hingewiesen. zeuge eines unfalls wurde ich nie und da ich schon eher draufgängerisch veranlagt bin, fuhr ich die meiste zeit freihändig.

Etappenende

Der Aufenthalt in Hanoi war echt super. Die Bierbars mit den kleinen Plastiksesseln sollte man bei uns auch einführen, so lernt man sehr viele Leute kennen. Ein weiteres Highlight in der Stadt: der zweite Stock des Ho Chi Minh-Museums, Thema: fraglich, auf alle Fälle Verherrlichung des Kommunismus und der in dieser Tradition angesammelten Dinge und Personen. Sehr gut gefallen hat mir eine Konstellation eines schrägen Holztisches mit überdimensionalen Obst, die – so die Plakette – darstellt, dass die Zukunft von der Jugend abhängt. Am besten fand ich aber die 70er-Jahre-Darstellung – d.h. viel braun, sehr häßlich – einer begehbaren Höhle, die das Hirn Ho Chi Minhs symbolisieren soll, der sich eine kommunistische Strategie gegen den Kolonialismus ausdenkt! Außerdem: Sechs Leute auf einem Moped gesichtet – bisheriger Rekordwert –; davon drei Erwachsene. Das Baby wurde aber nur mehr schräg oben drauf geschlichtet.

In Ninh Binh wieder mal eine Mopedtour: Die Landschaft ist extrem schön, Kalkfelsen, der Reis steht im satten Grün, überall sind schöne Gräber. Und: natürlich sind die Gräber gefliest, alles andere wäre auch überraschend gewesen. Die Südostasiat_innen und ihre Fliesen! Eine enge Beziehung. Richtig gestutzt hab ich letztens nur, dass nicht auch die graffitis gefliest werden. Der Stil sieht allerdings oft nach „same same“ aus; irgendwelche Fliesen wild durcheinander. Der „same same“-Stil ist überhaupt sehr durchgängig: Plastiksessel, Metalltische, verschiedenste Fliesen in einem Raum. Selten, dass man eine Lokalität mal wirklich als stilsicher gestaltet bezeichnen würde.

Daraufhin geht’s nach Hue. Boris verhandelt gut, wir haben ein Zimmer in einem Hotel mit Schwimmbad zu einem passablen Preis. Wir legen einen „freien“ Tag ein, liegen beim Schwimmbad und baden, gehen Billard spielen – seither ein neues Hobby – und lenzen rum. Zwischenzeitlich hab ich übrigens für die Zeitschrift Datum ein Interview gegeben, der Artikel findet sich hier, wen’s interessiert.

Landschaftlich und kulturell gibt Vietnam extrem viel her. Die Fahrt auf dem Scooter von Hue nach Hoi An ist einer der schönsten: Immer wieder blitzt das Meer durch, die Fischernetze liegen im Wasser, es gibt feine Sandstrände und die gesamte Halbinsel ist von unglaublich vielen Gräbern und religiösen Gräbern übersät, dazwischen wohnen die Menschen in ihren Häusern und tollen die Kinder um. Sehr malerisch.

Hoi An ist der letzte Ort, in dem wir in Vietnam halten. Eine kleine schöne Stadt mit Kolonialbauten, übersät von Einkaufsmöglichkeiten, v.a. Schneider_innen und Schuhmacher_innen, aber auch alles andere. Einmal sind wir um sechs Uhr früh aufgestanden, nur um die hübsche Stadt mal wirklich sehen zu können, nämlich ohne die unzähligen Geschäfte, die den eigentlichen Blick auf den Ort verstellen. Ein fürchterlicher Konsumwahn, der sich da Bahn bricht. Für die Touris ist es natürlich extrem günstig. Ständig wird man von Verkäufer_innen angesprochen, selbst nur im Vorbeigehen, gestern hat eine glaub ich aus der Küche oder vom Klo aus rausgerufen: „Hellllloooo, shopping today?“ „Cheap, cheap“. Gustieren ohne „Verkäufer_innen-Belästigung“ ist leider kaum möglich. Ist mal ein Geschäft oder ein Stand unbewacht, schleichen wir uns schnell an den Stand an und sehen uns an, was die hier überhaupt so machen. Dann kann’s aber schnell gehen und ich oder Boris rufen einander die Warnung zu: „Achtung, da kommt wer!“ Dann heißt’s schnell weggehen, sonst entgeht man den Verkäufer_innen kaum mehr.
Im Verkaufsparadies Vietnam braucht man dringend Strategien zur eigenen Psychohygiene, wie man mit den ständig angebotenen und persistenten Kauf- und Transportanfragen der vielen Mopedfahrer, Verkäufer_innen etc. umgeht, um nicht unfreundlich zu werden. Denn: Es nervt massiv. Meine Lieblingsvariante ist mittlerweile: haltlos kontextlosen Unsinn reden. Wenn mich ein Mopedfahrer anspricht, sage ich z.B. gerne: „No, thank you, my unicorn is just waiting around the corner.“ Oder: „I have a spaceship.“ Wenn einem mal wieder was als „cheap, cheap“ angepriesen wird, antworte ich darauf oft: „No, thank you, I only like expensive things.“

In Hoi An machen wir auch einen Kochkurs, erlernen die leckere vietnamesische Küche anhand ein paar Gerichten, und es wird wieder Billard gespielt. In der Nähe gibt’s auch einen schönen Strand, wo man die Abstrusität der herrschenden Schönheitsvorstellungen studieren kann: Die Touris brutzeln in der Mittagshitze in Bikini und shorts in der Sonne, um braun zu werden, während sich die Asiat_innen vollständig bekleidet mit langen Ärmeln und Hosenbeinen im Schatten bewegen, zusätzlich bewaffnet mit Hut, Socken, Handschuhen etc., um so weiß wie möglich zu bleiben.
Ein weiterer kultureller Unterschied: In Südostasien gilt es scheinbar als unhöflich, „nein“ zu sagen oder zu sagen, dass man etwas nicht hat. Das führt häufig zu nervenaufreibenden Episoden in Restaurants oder Cafés. Aber wie auch immer, es gilt als überaus höflich, wenn man merkt, der andere will nein sagen (kann’s aber nicht quasi) und behauptet dann, man wolle es eh nicht. Als wir im Restaurant in Hoi An ein nicht bestelltes Gericht bekommen, probiere ich es mal auf die asiatische Tour und wälze meine Gesichtszüge unglücklichst, ohne „nein“ zu sagen. Die Wirtin merkt ganz offensichtlich, dass mir das gar nicht passt, lässt uns aber trotzdem auf dem Essen sitzen. Fazit: Die Asiat_innen müssen oft unglücklich sein; mein Weg ist das sicher nicht.
Am deutlichsten verdichten sich die kulturellen Konflikte aber am Beispiel Mopedhelm. Jedes Mal Moped-ausborgen dasselbe Drama: Sie bringen uns labrige Helme. Wir sagen, die gehen nicht, die sind zu dünn. Sie sagen, „same same“. Wir sagen: „No, not same same.“ Nach langem Hin und Her werden doch noch vernünftige Helme aufgetrieben. Wir kommen zur zweiten Stufe: Boris und ich verstellen die Gurte, so dass sie passen. Sie schnaufen und ächzen. In Asien legt man die Mopedhelme ja eigentlich nur auf den Kopf, warum man da was verstellen sollte, ist ihnen schleierhaft. „Very safe, nothing happen to you.“ sagen sie. Es ist aber schon klar: Wir sind mühsame Europäer_innen. Ich probier den Mopedhelm immer wieder und bastel mich mit der Länge des Gurts langsam hin, dann kommt das spezifisch vietnamesische Element: Der Vietnamese zupft einem den Helm aus der Hand (auch wenn man sich wegdreht und leise knurrt, hilft alles nichts, er muss dreinfunzen) und macht schwups den ganzen Träger wieder ganz locker. Also wieder von vorne anfangen und den Gurt wieder enger stellen. Der Vietnamese verdreht die Augen und dreht sich weg, ich schnaufe langsam genervt aus. Frustration auf beiden Seiten! Aber diese ungeduldige Eilfertigkeit, mit der sie das selbst machen wollen, das ist wirklich vietnamesisch. Naja, wir haben ja alle einen Vietnamesen in uns. Die Vietnamesen aber offenbar ein bisserl mehr.

Eine sehr prägende Facette des Vietnam-Aufenthalts stellt das Fakt dar, dass man ständig über den Tisch gezogen wird. Anfangs ein echtes Ärgernis, dann bereits eine Gewohnheit, am Ende wieder ein bisschen Ärger. Man bezahlt ja sogar beim einfachsten Essensstand zuviel Geld. Die Hotelangestellte in Hanoi, mit der wir länger tratschen, erzählt, dass auch von Vietnames_innen zuviel Geld verlangt wird, wenn man glaubt, sie sind auf Reisen oder nicht aus der Gegend. In Hanoi liegt der Touri-Startpreis für eine Ananas beispielsweise bei 30.000,-, in Wirklichkeit kostet sie 7.000. Dass man ein wenig an Touri-Steuer ablegen muss, find ich irgendwie ok. Das Ausmaß, in dem versucht wird, einem das Geld aus der Tasche zu ziehen – mit massiven Lügen und allem – ist dann aber schon erstaunlich. In diesem Land voller Strizzis haben sich auch unsere Strizzi-Seiten verstärkt und ich schäme nicht, zu sagen: Wir haben eine Vietnamesin über den Tisch gezogen und waren richtig stolz. Gut, es ging um 3.000 Dong (10 Cent), aber trotzdem: Wir haben behauptet, dass wir bei ihr vielleicht ein Hotelzimmer nehmen, wenn sie für uns gratis einen Anruf erledigt. Dieses Beispiel verdeutlicht: Wir hatten uns schon ganz gut arrangiert. Jetzt am Ende bin ich aber noch zufällig draufgekommen, dass ich beim Kauf von zwei Handpuppen in Hanoi sicher den dreifachen Preis gezahlt habe. Dabei geht’s mir nichts um Geld – zwei Euro zuviel gezahlt –, sondern was ich eigentlich so verstörend finde, war, dass das Handeln so extrem nett war und wir ziemlich viel getratscht hatten und sie sogar nach Abschluss der ganzen Sache meinte, ich hätte so einen guten Preis erzielt. Während wir in Thailand nur ein paar Mal über den Tisch gezogen wurden und ich das den jeweiligen Personen quasi an der Nasenspitze angesehen habe, bin ich in Vietnam so oft von Menschen an der Nase rumgeführt worden, denen es man überhaupt nicht ansah und denen ich eigentlich vertraut hätte. Alles in allem jedenfalls nicht der sympathischste Zug.

Viele Vietnames_innen waren aber auch extrem nett und freundlich. Außerdem ist es wirklich schön hier, zuzusehen, wie die Kleinsten ständig von allen umsorgt und bespielt werden. Eine weitere Eigenart: Sagt man „camon nihu“ (danke sehr) und nicht bloß „camon“ (danke), dann erstrahlt jedes Gesicht.

Nach einigen Monaten Asien bin ich schon sehr relaxt im Umgang mit Insekten, auch mit den größeren. Allerdings: Auch wenn man schon einige Monate in Asien verbracht hat, ist man oft nicht begeistert, wenn eine Kakerlake von der Größe einer Maus im eigenen Hotelzimmer wohnt. Wir verstecken uns vor Bertie II unter unserem Moskitonetz und bestätigen uns gegenseitig die Mär, dass Bertie II am nächsten Tag nach Hause gehen wird. Leider belehrt er mich am folgenden Abend eines Besseren, zu nachtschlafener Zeit wird er plötzlich nachtaktiv und saust extrem schnell durchs Zimmer, ich flüchte panisch aufs Bett.

Mit dem Ende des Vietnam-Aufenthalts ist ein Etappenende für diese Region erreicht: Gestern Abend hatten wir einen Inlandsflug nach Ho Chi Minh City. Heute geht’s mit einem indirekten Flug über Singapur nach Hongkong (mit der Kirche um’s Kreuz), abends sind wir dort. Anschließend geht’s weiter nach Singapur, Malaysia und Indonesien. Die Rucksäcke sind schon ein bisserl schwerer, wenn doch wer käme, uns zu besuchen 😉 !

party laos

nochmal laos:
nach der wanderung zum akha-dorf in laos wurden wir von unserem guide zu einer hochzeit eingeladen. nicht zu der eigentlichen zeremonie, sondern zur afterparty.

das muss man sich so vorstellen: hotelhof, plastiksitze und tische, jede menge girlanden. das essen steht bereits am tisch (mit plasikfolie umwickelt), ebenso das bier. das soundsystem dröhnt übersteuert typische laotische popmusik (nicht die schlechteste in so-asien. erinnert ein bisschen an cumbia/salsa, sehr bass-betont), so laut dass eine unterhaltung fast nicht möglich ist. nach und nach tröpfeln die gäste in den hof und man gratuliert dem brautpaar. die brüder und cousins des paars stehen spalier. nach einer halben stunde eröffnet ein „master of ceremony“ mit einer kurzen ansprache (inkl echo-effekt auf der stimme), dann sagt der brautvater ein paar worte und eröffnet die völlerei. das essen am tisch ist kalt, das bier ist warm. für das bier gibt es eiswürfel, nicht die schlechteste idee, und die musik beginnt wieder zu spielen. allmählich wird zu tanzen begonnen (siehe video). lustig.

auch vroni und ich müssen ran. vroni wird von unserem guide aufgefordert, ich werde von einem ladyboy aufgefordert und wir sind kurzfristig die attraktion der hochzeit. getanzt wurde folgendermaßen: die männer bilden einen kreis und die frauen stellen sich gegenüber der männer und bilden auch einen kreis. zu beginn nickt man sich kurz zu, dann beachtet man sich eigentlich nicht mehr. die kreise bewegen sich und getanzt wird mehr mit den händen. dh. eigentlich werden nur die handflächen nach links und rechts gedreht. das kommt der „peter neuhauser-schule“ schon ganz nah, war mir also sehr vertraut. ab und zu gibt der sänger ein kommando, dann wechseln die kreise ihre position (männer nach innen, frauen nach außen bzw. umgekehrt). ganz wichtig ist, egal welche bewegungen ausgeführt werden, dass unter keinen umständen gegrinst oder gar gelacht werden darf. zum schluss bedankt man sich beim partner und geht wieder bier mit eis trinken. irgendwann gibt es dann einen teil für die teenies. junge karaoke-nachwuchstalente ergreifen das mikro und singen herzzereissende duette. wir unterhalten uns noch mit händen und füßen mit unseren sitznachbarn, werden abfotografiert und um 11 ist der spass großteils zu ende.

ein sehr hübscher abend.

sehr, sehr lustig waren auch die neujahrsfeierlichkeiten in luang prabang, das wasserfest. 3 tage bespritzt sich die ganze stadt gegenseitig mit wasserpistolen, wassereimer, mehl und lebensmittelfarbe. am vormittag begann die trinkerei und abends um 7 ist es wieder ruhig. dazwischen wurde sehr intensiv gefeiert, getanzt, gekreischt und sich gegenseitig ein schönes neues jahr gewünscht.  trotz aller ausgelassenheit wurde sehr rücksichtsvoll gefeiert und trotz immensen bier lao-konsums gab es keine aggressivität. alle waren immer extrem freundlich. wir hielten zwei tage mit, am dritten waren wir dann ko. die laoten hingegen schenken sich in den drei tagen nichts. wir waren ziemlich überrascht, wie ausgelassen und laut die ansonsten eher ruhigen und zurückhaltenden laoten sein können. das war mit sicherheit einer der amüsantesten neujahrsfeierlichkeiten für mich.

hoi hanoi!

hanoi ist mir die bisher liebste asiatische großstadt. sehr europäisch (altstadt), sehr asiatisch (alles andere) zu gleich. kaffeehäuser in denen unglaublich guter filterkaffee ausgeschenkt wird. das kaffeefiltersystem ist sehr hübsch und der kaffee ist sehr cremig und schmeckt stark nach kaokao. es gibt sehr gutes lokales essen und sehr nette und kommunikative „biergärten“ auf den gehsteigen. ein idealer ort also um ein paar tage zu bleiben. zum ersten mal seit langer zeit habe ich auch wieder mal einen kater.

der verkehr ist auf den ersten blick sehr chaotisch, aber folgt eigentlich klaren regeln:
1) das stärkere fahrzeug hat vorrang (lkw/bus >pkw>moped>fahrrad>fussgänger)
2) asiaten schauen kaum nach hinten. falls es eng wird, warnt der hintere den vorderen mit einem hupen
3) nie ganz rechts fahren. diese spur muss für rechtsabbieger der seitenstraße bzw. mopeds die auf der linke straßenseite fahren freigehalten werden.

4) das ganze verhalten ähnelt dem eines fischschwarms. dh man versucht die abstände links und rechts immer gleich zu halten.
5) stehenbleiben ist eine blöde idee. immer schön im fluss bleiben.

mittlerweile macht das fahren richtig spass.

nach anfänglichen anpassungsschwierigkeiten finde ich die vietnamesen mitterweile sehr nett. ich musste mich erst an ein paar dinge gewöhnen: der umgangston ist manchmal etwas lauter, es ist stressiger und man zahlt als tourist praktisch immer zuviel. zudem gibt es eine unglaubliche preisliche willkür, welche man als aussenstehender nur sehr schwer versteht. die preisspanne einer 2 tägigen tour durch die halong-bucht (die touristenattraktion schlechthin) reicht von 36$ – 90$ für das gleiche angebot. will man ein bisschen ein besseres schiff, zahlt man auch gerne mal über 200$. unsere tour wurde nach der 3h busfahrt zur bucht auf einen tag gekürzt, da für den abend unwetter vorhergesagt wurde. das wäre ja kein problem, nur die art und weise wie das kommunziert wurde, war schon sehr mühsam. dann muss noch um jeden dollar bei der rückerstattung diskutiert werden und man ist sich nie ganz sicher ob man nicht doch über den tisch gezogen wird. sei´s wie es sei, es ist ein gutes training um ruhig zu bleiben, dinge gelassener zu sehen und mehr so zu nehmen wie sie kommen. wenn man sich mal darauf eingestellt hat und immer freundlich darauf hinweist, dass man sicher nicht den 3fachen preis bezahlt, höchstens den 1,5fachen, kommt man gut miteinander aus. mittlerweile bin ich schon sehr entspannt und rege mich kaum mehr auf.

nach hanoi gings nach ninh binh zur „trockenen halong bucht“, ein sehr hübscher mopedausflug.

Savages! I love it!

Zwischenstation zwischen den zwei Aufenthalten in Luang Prabang – wir fuhren zu den Neujahrsfeierlichkeiten wieder zurück – ist Muang Ngoi Kiao. Ein wahnsinnig nettes und sehr sauberes Dorf am Fluss. Wir haben eine tolle Unterkunft, lernen einige sehr nette Reisende kennen, mit denen wir gemeinsam Essen gehen bzw. gemeinsam stundenlang aufs Essen warten, und entspannen. Ich gehe ob der eher konservativen laotischen Schwimmordnung mit dem Sarong – also von den Schultern bis über die Knie in ein Tuch eingewickelt – schwimmen. Ich kann nur sagen: So ertrinkt es sich bestimmt leichter.

Abgesehen von den Neujahrsfeierlichkeiten war ein Schwerpunkt der letzten Wochen: die Wilden anschauen.

In Nordlaos machen wir einen Trip zu einem Akha-Dorf. Die amüsieren sich köstlich darüber, dass ich Muttermale auf den Armen und Sommersprossen habe und lachen herzlich. Wer hat denn sowas?!

In Dien Bien Phu – wir sind mittlerweile in Vietnam – mach ich ein Foto von ein paar ansässigen Damen, die sich wieder bestens auf meine Kosten unterhalten. Die eine greift gleich mal meinen Nasenring an (gschamig sind die ja nicht) und untersucht meine Ohrläppchen auf Löcher. Eine gemeinsame Sprache gibt es zwar nicht, aber man versteht, dass sie sagt: „Oida, du hast dich da bei der Örtlichkeit deines Silberrings vertan. Der gehört ins Ohr!“ Hahaha, alle hauen sich ab. Und das wohlgemerkt, obwohl die eine einen Mopedhelm trägt, der wirklich nur ihren Haardut schützt, was überaus komisch aussieht.

Dien Bien Phu - Indigene, man beachte den Helm auf dem Dut

Dien Bien Phu – Indigene, man beachte den Helm auf dem Dut

Saufrech sind die, diese Indigenen! Für die Vietnames_innen gilt das übrigens auch; die frotzeln einen ständig. Geht man vorbei, sagen sie irgendwas auf Vietnamesisch und alle lachen. Gefühlt sind sie ständig am Schmäh führen. Auch deshalb war der Wechsel von Laos auf Vietnam ein richtiger Kulturschock: Laos ist wahnsinnig dünn besiedelt, die Laot_innen sind reserviert und unaufdringlich und Nordlaos – die letzte Region, in der wir waren – ist durch viel Landschaft und wenig Infrastruktur gekennzeichnet. Die Busreise über die Grenze kann als „Erlebnis“ charakterisiert werden – so wird im Reisesprech alles benannt, was eine kulturell höchst wertvolle Erfahrung birgt und im Allgemeinen eher suboptimal ist. Der Bus ist komplett, wirklich komplett überfüllt – es zeigt sich, dass wir mit dem Adjektiv „überfüllt“ bisher ein bisschen naiv und verschwenderisch umgegangen sind. Wir haben Stehplätze, überall drängen sich Menschen und zu transportierende Sachen; ich stehe auf einem Reissack und kuschle mit vielen Fremden.

Nach dieser denkwürdigen Anfahrt also Ankunft in Dien Bien Phu – ein Schock: Die Vietnames_innen haben Energie, sind unruhig, laut, die Strassen sind asphaltiert, es gibt viel Verkehr, auf Baustellen wird emsigst von früh bis spät gearbeitet – ganz im Gegenteil zum bisher erlebten System des einer arbeitet, zwei stehen rum, das Essen ist wieder lecker (juhu!), die Vietnames_innen greifen einen viel an, sind häufig relativ ruppig und unfreundlich und es wird viel beschissen. Insbesondere letzteres ist jetzt schon nervig, selbst bei Garküchen-Essen am Markt werden wir über den Tisch gezogen.
Nach Dien Bien Phu ziehen wir weiter nach Sa Pa, einem Ort inmitten von Bergen und Reisfeldern, eine wunderschöne Landschaft. Aber sehr lustig: Sa Pa sieht aus wie eine Mischung aus Saalbach und Bad Gastein (quasi „Sa Ba“ ;)), es regnet häufig und ist sehr neblig – heimelnde Gefühle kommen hoch, wenn auch nicht die wärmsten. Nur die Einheimischen wurden offenbar ausgetauscht und alles bis zum Anschlag mit sogenannter „Ethno-Ware“ angeräumt. In Sa Pa tummeln sich Angehörige vieler tribes, die ihre selbst gemachten Arbeiten – Täschchen, Pölster etc. – an den touristischen Mann und die Frau bringen wollen. Dazu kommen die vietnamesischen Verkäufer_innen, die auch sehr offensiv vorgehen. An jeder Ecke wird man angesprochen: „Madaaame, buy with me pleeasse.“ Häufig werden wir in Gespräche gezogen. Eigentlich müsste unser Blog „Bohlis und Loni auf Leisen“ heißen, denn als „Bohlis“ und „Loni“ stellen wir uns den Asiat_innen mit dem weltberühmten rollenden r auch mittlerweile vor.


Die Damen der Bergvölker verkaufen aber nicht nur ihre Sachen, sondern bieten auch Treks in ihre Dörfer an. Ich lerne zufällig Ya kennen, sie ist vom Stamm der schwarzen Hmong, wir verstehen uns gleich gut, also machen wir mit ihr eine zweitägige Wanderung mit Übernachtung in ihrem Haus aus. Definitiv eines der besten Erlebnisse der Reise! Ich bin mit meinem Gefühl nicht falsch gelegen: Ya und ich verstehen uns ausgezeichnet und sie spricht sehr gut Englisch, so kann man sich viel austauschen. Bei ihr zuhause fühl ich mich wohl, es ist alles sauber und nett, obwohl den asiatischen „Zuhauses“ die gemütliche Ecke mit der Couch oder irgendetwas Vergleichbarem faszinierenderweise immer fehlt. Abends gibt es Essen im Kreis der Familie und es wird wieder viel getratscht. Einige Dinge – offenbar die essentiellen – werden bei allen bisherigen kulturübergreifenden Zusammenkünften ausgetauscht: Wer bezahlt bei euch die Party, wenn wer heiratet? Muss man schon verheiratet sein, wenn man zusammenzieht? Was haben die Brautleute an? Wieviele Schweine werden geschlachtet? Etc.
Die schwarzen Hmong haben eine unglaublich schöne Tracht. Ich finde, sie sehen ein bisserl wie ein stilsicherer Stamm aus dem Film „Das fünfte Element“ aus.

 

 

Was bisher geschah…

Wir sind in den letzten Wochen wieder mal intensiv rumgereist und waren ein bisserl blog-faul. Nachdem unsere Mütter simultan begonnen haben, sich Sorgen zu machen (ausgelöst durch schlechte Nachrichten aus Indien, Syrien und Korea), ist es wohl höchste Eisenbahn für ein Update 🙂

Nach den Tempeln von Angkor ging’s nach Kratie – letzte Station in Kambodscha –, Süßwasserdelfine schauen. Nett war’s! Häßlich sind die! Man überzeuge sich selbst hier.
Die Fahrt zur laotischen Grenze war ein Erlebnis. Wer hätte gedacht, dass in einen Minivan 25 (!) Personen passen und man sich selbst den Fahrersitz teilen kann!

Überbevölkerung im Minibus - man kann sich auch den Fahrersitz teilen!

Überbevölkerung im Minibus – man kann sich auch den Fahrersitz teilen!

Laos startet gleich mal gut und geht genauso weiter, hier gefällt es mir extrem gut: Zwar kein Strand und Meer, es ist aber wunderschön zum Baden, es gibt viele Wasserfälle und landschaftlich ist es extrem schön (Stichwort Karstfelsen). Landschaftlich war Kambodscha ja eher langweilig. Außerdem: Es stinkt nicht! Bisher hatte noch jedes Land seine Gestankeswellen mit Schwerpunkten auf unterschiedlichen Facetten. Myanmar z.B. eher Richtung Kloake, Kambodscha eher Fokus auf Hundescheiße. Nicht so Laos. Allgemein scheint es hier adretter, ordentlicher zu sein. Vermutlich ausgelöst durch die Ähnlichkeiten mit Österreich (adretter, Berge, schöne Flüsse) zieht auch Boris mehr Vergleiche wie „Do is so sche wia in da Grünau.“ oder „Do is so klass zum Boden. Wia am Attersee, nur net so blau.“ Ich erseufze regelmäßig.

In den letzten Wochen waren wir viel mit Mopeds unterwegs (mit Liesl, Mitzi und Rudi), auch auf mehrtägigen Touren durch die Berge, und haben uns beide das geholt, was hier unter Touris zu 99 % Verbreitung findet und auch als „Lao tatoo“ bekannt ist: Einen Brandfleck vom heißen Mopedauspuff…

Verblassendes "Lao Tatoo" - Brandfleck vom Mopedauspuff

Verblassendes „Lao Tatoo“ – Brandfleck vom Mopedauspuff

Höhepunkte der Mopedtouren:

  1. In Asien ist es staubig – besonders auf Mopedtouren –; Boris pflegt die Seelenverwandtschaft zu Carrie Bradshaw, putzt seine Schuhe wirklich oft und inbrünstig und beklagt dabei haareraufend den roten Sand, der sich unwiederbringlich in die Farbstruktur seiner wunderschönen Sneakers eingräbt.
  2. Wir werden plötzlich in asiatische Fotoperformances inkludiert und beginnen selbst damit. Bei uns ist es allerdings Spaß, bei den Asiat_innen purer Ernst.

    Mein Vorbild war übrigens sie:

    Asiatische Fotoperformances - die ExpertInnen

    Asiatische Fotoperformances – die ExpertInnen

  3. Kaffee wächst auf Bäumen! Wir sind baff! Ich weiß gar nicht, was wir uns vorgestellt haben. Sicher keine Rüben, aber ich hab mir vielleicht mehr etwas Richtung Hecke vorgestellt.
  4. Wir werden zu einem animistischen Fest in einem Dorf eingeladen. Wer steht um 4.45 Uhr auf, um die Schlachtung von einem Dutzend junger Kühe und einem Büffel zu sehen? Genau, wir!
    Bei dem Fest spricht mich ein alter Mann an. Mangels gemeinsamer Sprachbasis redet er laotisch und ich oberösterreichisch, wir verstehen uns aber prächtig und haben trotzdem einiges zu betratschen!

Wir lassen die Hauptstadt Vientiane aus; die soll fad sein und fahren weiter nach Vang Vieng. Vang Vieng hat sich in den letzten Jahren zum Party-Hotspot der Backpacker entwickelt. Bis letztes Jahr mindestens 27 Menschen umgekommen sind! Mehr dazu hier. Die Zustände waren schlimm: Es gab eine Tubing-Route am Fluss: rein in den LKW-Schlauch und bei jeder Bar shots trinken und Drogen konsumieren. Viele sind im Fluss ertrunken oder haben sich beim Sprung ins Wasser tödliche Verletzungen zugezogen. Auch das Benehmen der jungen Partymenschen ließ offenbar ein bisserl zu wünschen übrig und war mit der eher konservativ-zurückhaltenden laotischen Kultur unverträglich: Von Mädels, die im Bikini durch die Stadt laufen, bis zu öffentlichem Sex war alles dabei. Die örtliche Polizei wurde geschmiert und unternahm nichts. Also ist vor ein paar Monaten der Präsident persönlich (!) mit einem Hubschrauber und seinen eigenen Polizeimännern runtergekommen und hat aufgeräumt. „That’ s how the communists do it.“ hat uns unsere thailändische Bekanntschaft Don erklärt. Die massive Saufinfrastruktur wurde zerstört. Wir sind genau zum richtigen Zeitpunkt hier, schön ist es nämlich, umgeben von Karstfelsen. Die Unterkunft ist auch super, also bleiben wir ein paar Tage und gehen erstmals Klettern.

Vang Vieng - auf den Spuren einer vergangenen Partykultur; Zerstörte Saufinfrastruktur

Vang Vieng – auf den Spuren einer vergangenen Partykultur; Zerstörte Saufinfrastruktur

Reisen durch Laos ist ähnlich wie in Myanmar: wir treffen immer wieder dieselben Leute und reisen oft mit Anderen, was sehr nett ist. Dabei hört man immer öfter den Satz „I really need some internet.“ – faszinierend, wi-fi ist offensichtlich unter die Grundnahrungsmittel gegangen.

Asien ist generell sehr bürokratisch, bei der Überquerung einer Brücke ist es nicht überraschend, wenn man drei Formulare ausfüllen und eine Gebühr bezahlen muss. In den guesthouses muss man immer viele Informationen beim Einchecken angeben, zum Beispiel auch den Beruf. Während Boris seine Profession immer wieder mal wechselt und das letzte Mal z.B. Bundeskanzler war, bleib ich bei meinem erstgewählten Beruf: Prinzessin. Bei den Bustickets habe ich unsere Namen auch dementsprechend angegeben. So passiert’s auch, dass man auf einer Bushaltestelle plötzlich von einem Deutschen angesprochen wird: „Ah, seid’s ihr die Prinzessin und der Bundeskanzler?“

Und: Ich habe Podcasts wiederentdeckt. Eine super Sache ist das, besonders bei langen Busreisen. Besonders zu empfehlen, wen’s interessiert: die Sendungen von Bayern 2 wie z.B. Radiowissen und radioZeitreisen.

Heute sind wir in Luang Prabang angekommen. Es wird gerade Neujahr gefeiert – Festlichkeiten, bei denen man sich gegenseitig mit Wasser und Mehl beschüttet; wir wurden diese Woche schon oft nass…

Und: We met Ollie and we loooove his music…

We met Ollie and we looove his music...

We met Ollie and we looove his music…

fit mach mit in phnom penh

mittlerweile sind wir zwar schon in laos, aber beim sichten der festplatte bin ich noch auf ein paar hübsche videos aus phnom penh gestoßen. ab 17 uhr abends treffen sich die kambodschanerinnen und kambodschaner zum gemeinsam aerobic oder tanz. jeder ist willkommen und kann mitmachen, ich hatte leider mein turnsackerl nicht dabei.

vroni hats auch drauf:

beeindruckende tempel von angkor

tempel,paläste und ich haben ein freundlich, distanziertes verhältnis. ich habe nicht das bedürfnis jede dieser klassischen sehenswürdigkeiten einen besuch abzustatten um mir die goldene pagodennadel für 1000 besuchte tempel abzuholen, freue mich aber durchaus über deren anblick, wenn ich mal bei einer vorbeikomme.

im falle der tempel von angkor ist die sache schon ein wenig anders. die sind wirklich spektakulär und ich konnte mich an manchen gebäuden/ruinen fast nicht satt sehen. da es hier momentan aber 40 grad in schatten hat, steht man diese tour aber leider nicht den ganzen tag durch. auch die vielen kinder die einen jede minute fragen „postcaaaard, threee for one dollaaaa“ können irgendwann mal etwas nerven.

boris, kind, begeisterung.

boris, kind, begeisterung.

da angkor wirklich spektakulär ist, sind wir hier natürlich hier nicht alleine unterwegs, sondern teilen uns das gelände mit vielen, vielen touri-kolleg_innen aus der ganzen welt. das ist manchmal etwas lästig, manchmal aber auch sehr lustig. speziell die gruppenfotografieperformances von asiatischen reisegruppen sind sehr unterhaltsam: einmal die ganze gruppe (z.t mit transparent), dann unterschiedliche einzelkombinationen mit menschen aus der gruppe. wechselnde fotografen, jeweils mit gefühlten 10 kameras ausgestattet. das dauert dann, bis da alle fotos passen.

asiatische fotoperformance

asiatische fotoperformance

asiatische fotoperformance

asiatische fotoperformance

auch ein wiedersehen mit dem bereits aus bagan bekannten ritual gab es. die sonne geht auf und alle heben die iphones.

moderne rituale

moderne rituale

vroni geht es auch schon wieder gut und sagt sachen wie „so eine reise müsste man mal mit jemanden machen der wirklich lustig ist“ und schaut dabei so drein:

so eine reise müsste man mal mit jemanden machen der wirklich witzig ist

so eine reise müsste man mal mit jemanden machen der wirklich lustig ist

pfff. wir fahren jetzt weiter nach kratie wo es hässliche, aber seltene flussdelphine gibt. da freue ich mich schon drauf.

Phnom Penh

In Kampot haben wir im Palast gewohnt, dem Kampot Pie and Ice Cream Palace. Es roch den ganzen Tag nach Kuchen backen und es gab saftigen carrot cake – mhm!
Im Moment sind wir seit einigen Tagen in Phnom Penh, eine super Stadt. Boris wartet auf seinen kindle-Ersatz (seiner ist kaputt gegangen) und ich hab seit zwei Tagen wieder mal Durchfall – das gehört wohl einfach öfters mal dazu, außer man ist mit einem Saumagen und -darm ausgestattet wie mein Reisekollege. Aber nix Tragisches, gibt einem viel Gelegenheit, amerikanische Krimiserien, die ich in Österreich verweigere, eingehend zu vergleichen.

Kambodscha ist ansonsten sehr gemütlich. Und – wie Boris schon erwähnte – wir sind mittlerweile richtig im Reisealltag. Alles hat sein fixes Platzerl im Rucksack. Kein Wunder: Gestern waren wir seit drei Monaten unterwegs – die Zeit vergeht so schnell! Allerdings mache ich mir angesichts unserer zunehmenden Professionalisierung manchmal Sorgen, dass Boris auch mich an eine Schnur mit Karabiner knoten und an seinem Rucksack befestigen könnte – nicht so unbegründet!

Super ist, dass man alles auf Knopfdruck haben kann: Kaffee, shakes oder ich zum Beispiel meine tägliche Ananas, die ich aber nur in geschnippeltem Zustand in der Tüte mit Spießchen entgegennehme. Wenn ich ungeschältes Obst sehe, bin ich schon recht arrogant und verweigere mit dem Gedanken: Ja, und wer soll das schälen und schneiden? Ich vielleicht oder wie?!

Außerdem lustig generell in der Region und eh schon legendär: die Verwendung der englischen Sprache. Selbst eine Amerikanerin sah ich letztens auf zwei Dinge deuten und fragen: „Same same?“ Manchmal verläuft die Verständigung nicht so reibungslos. Beim Trekkingaufenthalt mit den zwei kambodschanischen guides frag ich den einen, was er vor diesem Job gemacht hat? Nach einiger Diskussion der zwei auf Khmer, folgt die Antwort: „15 kilometres.“

Eigentlich wollten wir heute zu den Killing Fields fahren, wo die Roten Khmer während ihrer Herrschaft in den 1970er Jahren ca. 17.000 Menschen umgebracht haben. Aber dann hab ich mich umentschieden: über Massengräber zu spazieren – nein, ich will das nicht, dann lieber Filme und Dokus ansehen (z.b. der gleichnamige Film Killing Fields). Die Tour zu den Killing Fields wird in Kombination mit einem Besuch auf einer shooting range angeboten. Dort kann man mit echten Waffen und echter Munition – aufgrund des langen Bürgerkriegs gibt’s davon ja genug – als Tourist_in rumschießen. Dass die Kombination der zwei Programmpunkte etwas makaber ist, scheint keinen zu stören. Die tuktuk-Fahrer lauern einem täglich auf: „Where you go? Killing fields today? Shooting range?“

Wo wir schon bei den Schattenseiten sind und wir eigentlich immer nur Lustiges berichten, ist es vielleicht auch von Interesse auf einen aktuellen Fall hinzuweisen, der sogar eine Freundin von mir betrifft: Europäische NGO-Mitarbeiter_innen besuchten Anfang März eine Demo von kambodschanischen Arbeiterinnen, werden von der Polizei festgenommen, verhört und sechs Stunden festgehalten. Gott sei Dank ist alles gut ausgegangen.

Abschließend aber doch noch was Lustiges: interessante Hunderassen haben die hier…

Klein, dick und dumm wie der Florian Walter: Der kambodschanische Zwergschäfer

Klein, dick und dumm wie der Florian Walter: Der kambodschanische Zwergschäfer

 

ankunft in kambodscha. korrektes wandern.

wir sind gut in kambodscha angekommen und haben die grenze ohne gröbere zwischenfälle passieren können. besonders gespannt war ich auf die vom reiseführer in aussicht gestellte schmiergeldtransaktion mit den grenzbeamten. es wäre meine erste gewesen, aber die beamten ließen uns durch. naja,  es wird sicher noch andere gelegenheiten geben. wir mussten uns jedoch einer quarantäne untersuchung stellen: eine junger mann zielte mit einem laserpointer auf unser ohr und meinte anschließend, dass wir gesund sind. die untersuchung kostete uns insgesamt 40 baht (1 euro) ist also sehr günstig, die genauigkeit der methode darf aber angezweifelt werden.

auf den ersten blick sind die menschen in kambodscha wie die bisher getroffenen asiaten auch, also sehr freundlich und klein. ein paar eigenheiten sind schon aufgefallen: die männer zeigen gerne ihre bäuche (je dicker, desto eher wird gezeigt) und die frauen tragen unter tags auch gerne mal einen pyjama. die glücklichen.

unsere bisherigen aktivitäten:
3 tage aufenthalt in koh kong city, mit einem boottrip auf die insel koh kong und einen kleinen abstecher in einen mangrovenwald. danach nach chi phat um 2 tage durch den dschungel zu laufen. hier gibt es ein projekt, welches zum schutz des regenwaldes gestartet würde. wilderer und holzfäller werden zu guides umgeschult und zeigen touristen den dschungel. das dorf stellt verpflegung und unterkunft zur verfügung und ein teil der einnahmen geht in einen fond zum schutz des regenwaldes. so gibt es geld für den regenwald und die einwohner sind nicht mehr von der abholzung das waldes abhängig. eine feine sache also.

auf der tour mit dabei war lacey, eine sehr sympathische amerikanerin, feuerwehrfrau, forstarbeiterin und rugbyspielerin. beeindruckend.

ganz allgemein kann man sagen, dass wir uns jetzt schon ziemlich an das reisen und an asien gewohnt haben. zum beispiel habe wir nicht mehr den drang jeden wok und jede bambushütte fotografieren zu müssen. reisen ist jetzt für nun etwas sehr alltägliches (nona) und ist wesentlich stressfreier, gemütlicher als am anfang. jetzt müssen wir uns von den dschungelstrapazen und landleben (=staubig) wieder etwas erholen und fahren auf die insel koh rong.

Beschwerden über Tourist_innen – Episode 2

Manche Tourist_innen zeichnen sich durch eine massiv mangelhafte Kinderstube aus und legen ein Verhalten an den Tag, das in mir Reaktionen zwischen erstaunter Belustigung und wildem Entsetzen auslöst: Die zwei netten Deutschen aus dem Resort haben sich eine schöne Muschel aus dem Meer getaucht, die ihnen doch glatt von der thailändischen Familie, die den benachbarten Bungalow bewohnt, gestohlen wird. Im Gegensatz dazu nehmen wir amüsiert zur Kenntnis, dass sich der eigentlich sympathische, intellektuell wirkende Franzose in den 40ern beim Frühstücksbuffet mit bloßen Händen die Maiskörner aus der Glasschüssel fingert. Amüsiert vor allem deshalb, weil wir beide keinen Mais konsumieren…
Ekel erregt dann allerdings der britische Herr, der sich ganz offen die Zehennägel mitten am Strand schneidet – danke!

Britische Pediküre am Strand

Britische Pediküre am Strand

Gewonnen hat in der Kategorie aber eindeutig dieser tschechische Adonis, der mit seinen Kumpanen hier Saufurlaub macht, und beim Frühstücksbuffet in exquisiter Lingerie erscheint:

Ein Bild von einem Mann

Ein Bild von einem Mann

 

Myanmar – ein Nachtrag

Obwohl schon seit einer Woche nicht mehr in Myanmar, will ich euch doch ein paar Highlights nicht vorenthalten:

Erstens
Eine Radltour (in Hsipaw) machen und mit einem knarrenden, quietschenden Rad über holprige Strässchen mit weniger als 1 km/h fahren, das ist die pure Langsamkeit und so entspannend, dass ich schon über die Möglichkeiten der ökonomischen Verwertbarkeit in Europa nachdenke (eine Stunde – 60 Euro?!).

Zweitens
Der Besuch des shan-Palastes in Hsipaw und sich mehr über Inge Sargent, der Kärntnerin, die in den 1960er Jahren Prinzessin der shan hier in Birma war, informieren. Ich finde ihre Geschichte wild faszinierend. 1957 nach Myanmar zu gehen ist etwas komplett anderes als heute – völlig abgeschnitten von der Familie zu Hause, ohne skype und ohne schnellen Briefverkehr –, hat sie sich in die shan-Gesellschaft völlig eingegliedert.

Drittens
Die Wanderung in Hsipaw und Hochzeit; eine Hochzeit! – mein Gott, ich schwebte im siebten Himmel vor lauter Glück! Boris hat schon berichtet. Wir haben einen Welt-guide gehabt, Ko-u. Der gleichförmig immer wieder Sätze für uns wiederholte – wie z.B. „’Thank you’ is ’maisomkam’ in shan language .“ – und in genau demselben eintönigen Tonfall immer wieder wiederholt: „My hobbies are tennis and music.“ Großartig!
Außerdem erzählt er, dass er eine „very true love“ zwischen seinem besten Freund und einer Frau von einem anderen Stamm bei ihren Eltern vermittelt hat und deshalb hat er einen länglichen Hut bei deren Hochzeit aufgesetzt bekommen und so hätten alle gewusst, er war der „love maker“, also der Kuppler. Diesen Brauch sollten wir auch einführen!

Viertens
Ein Highlight im negativen Sinn betrifft den Ausverkauf des Landes an die Chinesen. Die Regierung Myanmars und die VR China pflegen sehr enge Beziehungen, Myanmar hat hohe Schulden bei China. China betreibt Raubbau an Myanmar’s Ressourcen, ohne Pardon, und mit der Komplizenschaft der Regierung Myanmars. Im Bild unten ist der Bau einer chinesischen Gas- und Ölpipeline zu sehen, für die der Wald gerodet und die hier wohnenden Menschen zwangsumgesiedelt wurden. Kein Einzelfall leider… gerade im ökologischen Sinn habe ich hier in Südostasien im Allgemeinen schon Vieles gesehen, das traurig stimmt – zb. massive Abholzungen, auch in sogenannten „Nationalparks“. Ebenso ist das Verhalten der Chines_innen in Myanmar kein Einzelfall, sondern auch in anderen Ländern zu finden und im Gegenzug ist der Hass gegen sie weit verbreitet.

Fünftens
Super: Auf der Durchreise in Mandalay an der Bushaltestelle fünf Stunden in völliger Hitze, verschwitzt, sich an verstaubte Kanister lehnend Bruckner hören (gell, Lisi) und Fotos bearbeiten.

Sechstens
Ein abschließender Friseurbesuch in Yangon. Die empfohlene Friseurin ist schwer zu lokalisieren, es gibt keinerlei Hinweisschild. Ich finde sie schließlich nach einigem Nachfragen im ersten Stock eines dunklen Stiegenhauses, die rechte Tür ohne Schild. Die Tür geht auf, hier wohnt eine Familie, der „Friseursalon“ ist im Wohnzimmer integriert – das gefällt mir schon mal außerordentlich. Ich setz ihrer Englisch sprechenden Verwandten auseinander, dass ich nur die Spitzen geschnitten haben will. Sie greift souverän zur Schere und da hör ich schon wie sie – ratsch, ratsch, ratsch – meine Haare auf dem Hinterkopf ganz oben am Scheitelpunkt auf fünf Zentimeter runtersäbelt. Dafür lässt sie meine schon etwas zotteligen Haare vorne ganz lang und schneidet auch keinen Übergang. Ein umgedrehter vokuhila sozusagen – ein volahiku. Leider hab ich kein Foto! Weil in einem anderen Land, fragt man am Ende nicht, ob sie der Wahnsinn besonders geküsst hat, sondern sagt „Oh, it’s very nice.“ Die nachfolgenden Touristinnen werden’s mir danken und genauso wie ich handhaben: Zwei Tage später in Bangkok, schon etwas ängstlich, nochmal zur Friseurin gehen. Dort wurde ich zuerst gescholten (Wo zur Hölle waren sie beim Friseur?), dann hat mir die fähige Friseurin – eine Zauberkünstlerin! – aber tatsächlich wieder eine vernünftige Frisur verschafft.

Resümierend war Myanmar eine sehr widersprüchliche Erfahrung: Einerseits war es extrem intensiv, farbenfroh, beeindruckend – es hat ein paar echte Höhepunkte gegeben (die Landschaft, die Wanderungen, die Dörfer, die Leute etc.). Andererseits: Die Gestankswolken, der Staub, das ständige Spucken durch das Kauen der Betelnuss, die überteuerten Hotelzimmer – das ging mir schon auf die Nerven. Drei Wochen hat als Zeitraum perfekt gepasst, ich hab mich auf Thailand gefreut.

 

 

koh kood

wir haben für uns ein kleines paradies gefunden. aus den geplanten 2 tagen pause auf dem weg nach kambodscha wird eine woche und vielleicht mehr. mal sehen. sehr ruhige insel, super strände, super essen, keine idioten, nette ressortbetreiber und leistbar.

tagesablauf:

1 aufstehen:

koh kood

koh kood

2 frühstück mit rainer (ist leider schon abgereist)

koh kood mit rainer

koh kood mit rainer

3 strandbesuch. manchmal regnet es kurz erfrischend

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koh kood

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

4 kaffeepause

koh kood

koh kood

5 aktivität: free willy verhauen

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koh kood

6 badeplatz wechseln

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koh kood

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koh kood

7 pause mit lassis vor dem sonnenuntergang

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koh kood

8 sonnenuntergang

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koh kood

noch mal myanmar. wieder in thailand.

nach dem etwas anstrengendem myanmar-aufenthalt gönnen wir uns auf unserem weg nach kambodscha ein paar tage auf der insel koh kood. super strand und super ressort, wie es ausschaut bleiben wir länger als geplant. außerdem ist sich idealerweise ein treffen mit rainer ausgegangen uns so bewohnen wir zu dritt einen bungalow.

rainer ist ja aufgrund seines berufes (programmkoordination myanmar für die heinrich böll-stiftung) quasi ein myanmar-experte und so ist es äußerst interessant, über unsere und seine erfahrungen zu diskutieren.

myanmar wird mich auf jeden fall noch länger beschäftigen. die politische situation ist bei weitem nicht so schwarz/weiß wie ich zu beginn naiverweise angenommen habe (regierung=böse, opposition=gut) und die menschen sprechen viel offener über die politische situation als erwartet (das dürfte sich in den letzen 12 monaten sehr zum positiven verändert haben). all die eindrücke hier festhalten freut mich jetzt aber nicht.

ein paar höhepunkte:
im zuge einer wanderung in den bergen bei hsipaw übernachteten wir in einem dorf der palaung und wurden zu einer hochzeit eingeladen. die einladungskarte war ein gefaltetes bananenblatt gefüllt mit teeblättern. praktischerweise sind diese karten zugleich auch die scheidungspapiere: wenn der mann oder die frau die scheidung will, so schickt er oder sie die „papiere“ an die schwiegereltern und die ehe wird aufgelöst. überhaupt scheint dieser stamm sehr liberal und demokratisch zu sein. der dorfvorstand wird von allen demokratisch gewählt, dorfvorstand und chefmönch sind die richter, frauen können sich scheiden lassen und dann wieder heiraten, das sorgerecht kann auch an die männer gehen, es gibt eine eigene kleine steuer, um die armen im dorf zu unterstützen usw.
bei der hochzeit wurde gleich auch aus meiner hand gelesen. die anzahl der linien sagt aus, dass ich 1 x heiraten werde. eher nicht 2 x, aber sicher 1x. unsere guide erklärt mir nachher ernsthaft, dass ich mir keine sorgen mache müsse da diese handlesemethode nicht 100% zuverlässig ist.

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hochzeitseinladung

auch das ist für mich typisch myanmar. es gibt ja oft nur sehr eingeschränkt strom und so wird holzfeuer zum kochen verwendet. dadurch bilden sich speziell am morgen und am abend diese nebelschwaden und es riecht stark nach verbranntem holz.

pankam village. palaung tribe

pankam village. palaung tribe

bagan
religion ist manchmal schon lustig. unglaublich wie viele ressourcen da verwendet werden, um eine anlage mit über 2300 tempeln und pagoden zu schaffen. schön anzusehen ist das dann auch. wir touristen erfinden dann gleich auch ein neues zeitgemäßes ritual. alle pilgern zu einem tempel, um die wunderbaren sonnenuntergänge in bagan zu bewundern und wenn es dann soweit ist, strecken alle ihre iphones in die höhe.

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sonnenuntergang in bagan. mit celine

bagan sonnenuntergang

bagan sonnenuntergang. ich hab kein iphone, aber vronis kamera.

oft gesehen: jedes geschäft hat mehr personal als kunden. ruhig mal etwas anschauen spielts da nicht. das gleiche gilt auch für rezeptionen, eintrittskartenausgaben und ähnlichem. manchmal ist das sehr lustig, oft aber auch sehr mühsam. dazu kommt eine chronische unorganisiertheit (z.b. werden ziemlich häufig reservierungen verschlampt oder falsch notiert) und dann wirds manchmal echt mühsam, man möchte ihnen fast helfen.

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noch ein letzter eindruck, der mich immer sehr gefesselt hat. oft wird abends der strom abgedreht bzw. gibt es meistens ohnehin keine straßenbeleuchtung. im mandalay, einer stadt mit 1,5 millionen einwohner ist das dann schon sehr spektakulär. die fahrzeuge haben oft auch selbst keine beleuchtung und wenn sie eine haben, erscheinen sie durch die sehr staubige luft wir große, gelbrote kegel und schaffen eine ganz eigene atmosphäre.

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Von Helden und Heldinnen

Buddha ist vielleicht Held Nr. 1. Ein armes Land und an jedem Eck eine fast schon abstrus reich bestückte Pagode. Schlichtweg erstaunlich. In den letzten Wochen haben wir eine Myriade von Buddhastatuen begutachtet.
Amüsant ist die häufige Verknüpfung des Buddhismus mit dem „Geisterglauben“: So haben die „nats“ – die guten Geister – z.B. einen eigenen Schrein in der wichtigsten Pagode des Landes, der Shwedagon-Pagode, von wo aus sie den buddhistischen Tempel beschützen.

„We have two hopes:“, sagt unser Trekkingguide Ko-u, „Buddha and the lady.“ Mit der „lady“, wie sie überall in Kurzform genannt wird, ist der Oppositionsstar Aung San Suu Kyi gemeint. (Dazu gibt’s übrigens auch einen gleichnamigen Film, über den wir leider – mangels Internet nicht gesehen – noch nichts sagen können.) Das Konterfei von und die Verehrung für sie sind allgegenwärtig; in sie werden fast schon übermenschliche Hoffnungen für eine positive Entwicklung des Landes gesetzt.

Aung San Suu Kyi

Aung San Suu Kyi

Aung San Suu Kyi

Aung San Suu Kyi

Dieser junge Mann unten ist quasi der Justin Bieber und Brad Pitt Myanmar’s in Personalunion. Er wird hoch verehrt und spielt offenbar die Hauptrolle in jedem Liebesfilm. Letztens im Nachtbus wurden wir leidvolle ZeugInnen eines ca. drei Stunden dauernden Liebesdramas mit Dreiecksgeschichte, bei der alle Passagiere/innen mitgefiebert haben. Bei einer überraschenden Wendung ging eine Welle der aufgeregten „ohs“ und „ahs“ durch den Bus. Ich find ihn ja ein bisserl „papperlat“, aber bitte…

Justin Bieber/Brad Pitt Myanmars

Justin Bieber/Brad Pitt Myanmars

Mrs. Boris

Seit wir in Myanmar sind, reisen wir sehr intensiv und kommen eigentlich zu nix anderem: der Blog, die Fotobearbeitung (mein Projekt) und die Video-/Musikgeschichte (Boris’ Angelegenheit) sind extrem hinten nach. Wir stehen früh auf und gehen früh ins Bett, machen viel, lesen ein bisl, haben viele Reisebekanntschaften und organisieren die Weiterreise. Herumzureisen ist in Myanmar bei weitem nicht so einfach als in Thailand. Die Reiserouten und die touristische Infrastruktur sind beschränkt, der Tourist_innenandrag war in den letzten Jahren massiv im Steigen begriffen und so müssen wir die überteuerten Unterkünfte idealerweise vorbuchen. Letzteres macht man telefonisch an der Rezeption (und fühlt sich kolonial) oder in einer Telefonzelle am Strassenrand (und fühlt sich extrem lustig).

Telefonzelle

Telefonzelle

Bei der Vorbuchung bin ich dazu übergegangen, mich „Mrs. Boris“ zu nennen. Bei der versuchten Buchstabiererei von „Veronika“, geschweige denn von unseren Nachnamen, kriegt man sonst einen Herzkasperl mit oft nur holprig Englisch sprechenden Einheimischen (und das ja noch dazu am Telefon!). Trotzdem schaffen sie es meistens – obwohl an der Rezeption üblicherweise komplett übersetzt – die Reservierung zu verbocken und wenn man dann dasteht und die Reservierung nicht geklappt hat, reagieren sie sehr asiatisch: Sie hoffen, man möge sich einfach wieder in Luft auflösen und ignorieren einen 😉

Die Station Mandalay hat uns nicht so getaugt, wir hatten dort irgendwie ein bisserl Pech. Amüsant ist ohnehin, dass mir die eigentlichen Sehenswürdigkeiten gar nicht am meisten taugen, sondern die belanglosen Erlebnisse daneben.
Z.B. als wir uns ein Mopedtaxi zur Besichtigung der alten Königsstadt Saigang in der Nähe von Mandalay mieten und uns unser guide Güllie mit fadenscheinigem Englisch eine Definition des Buddhismus gibt:
„Body and mind not broken.
Change, change, change, change, change
Life, life, life, life, life
Nirwana
The end.“
Oder die Fahrt im Pick-up: Bei der letzten Fahrt haben wir – ohne Kinder – sage und schreibe 50 Personen gezählt. Schließlich kann man zur Not ja noch eine Bank auf die Ladefläche schieben und auf dem Dach können ja auch noch Passagiere drauf. Auf letzteres dürfen übrigens nur Männer, sonst würden ja Frauen „auf“ den Männern sitzen – soweit ist es mit der Gleichstellung in Myanmar offenbar noch nicht.

Im Pick-up

Im Pick-up

Pick-ups

Pick-ups

Oder als wir beim Besuch eines Marionettentheaters Aung Soe Paing kennenlernen: Er ist Englischstudent; er und seine Mitstudierenden werden vom Lehrer jeden Abend zum Marionettentheater und am Wochenende nach Mandalay Hill geschickt, um mit den Tourist_innen Englisch zu üben – eine super Idee. Er hätte Glück, sagt er, in Yangon dürften sich Einheimische mit Ausländer_innen nicht so lange unterhalten. Als wir ihn fragen, ob er uns am folgenden Abend nicht nach Mandalay Hill begleiten will, fällt er fast vom Stuhl vor Freude und steht am nächsten Tag mit seiner ganzen Freundesgruppe da.

Mandalay Hill mit Englisch-Studierenden

Mandalay Hill mit Englisch-Studierenden

Lustig auch, dass uns Aung Soe Paing erklärt – immerhin gerade 16 Jahre alt –, dass er thanaka als Nachtmaske nimmt. Die thanaka-Paste wird aus Sandelholz gemacht, soll Sonnenschutz und Gesichtspflege sein und wird von Frauen, Männern und Kindern in speziellen Mustern aufs Gesicht aufgetragen. Bei manchen sieht das schick aus, andere sehen eher so aus, als wären sie in den Topf reingefallen…

In den thanaka-Topf geplumpst...

In den thanaka-Topf geplumpst…

thanaka - die süße Variante

thanaka – die süße Variante

Von Mandalay fahren wir mit dem Zug nach Hsipaw, eine Kleinstadt, wo wir Wanderungen machen – das sind meine bisher liebsten Stationen. Der Zug fährt natürlich um vier Uhr früh los (wann sonst?) und benötigt für die ca. 200 Kilometer elf Stunden. Zu meiner ganzen Freude hüpft Boris hell schreiend zweimal auf – ihm ist eine Maus über die Füße gelaufen. Fünf Minuten später bin ich nicht mehr so schadenfroh: Ich sitze in dem extrem verstaubten Sitz, hab die Füße weggestreckt und knabbere an Erdnüssen – ich fühl mich königlich –, da ist es an mir, hoch kreischend hochzufahren, als ich die Maus schon an meiner Handfläche spüre!
Ansonsten war die Zugfahrt extrem lauschig, man wackelt im Bummelzug über die schiefen Schienen und genießt die wunderschöne Landschaft – diesmal mit Bob Dylan und Catpower.

Im übrigen sind Boris und ich offenbar zu einem Pärchen mutiert, dass alles gemeinsam macht: Wir schwingen unsere Pullover verknotet um die Schultern, erzählen nur noch gemeinsam, sich gegenseitig mitten im Satz ablösend, Witze und – waren heute beide krank. Während ich dem Erbrechen und dem Durchfall gefrönt habe, widmete sich Boris einer kleinen Grippe und Kopfweh.. Aber das ist offenbar fixer Bestandteil eines Myanmar-Aufenthalts. Ui, und ich hab so einen Muskelkater im Hintern vom Wandern – es ist eine Augenweide, mir beim Stiegensteigen zuzusehen!

myanmar. was sich sonst so tut.

so schaut meine seite des tisches aus wenn wir nachmittags eine pause machen:
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das getränk nennen unsere italienischen reisefreunde“dirty water“ und ist ein instant zucker/kaffee/milchpulver mix. man gewöhnt sich dran. rechts daneben cookies, links das notizbuch in dem im wesentlichen die ausgaben und alltägliche beobachtungen  festgehalten werden. letzter eintrag: der burmese spuckt gerne auf den boden. darüber das ebook-lesegerät mit der zum land passenden lektüre „tage in burma“ von george orwell. weil es mir grad einfällt:
eine österreicherin war mal eine prinzessin im shan-state und hat darüber ein buch geschrieben „dämmerung über birma – mein leben als prinzessin der shan“. klingt nach einer sehr interessanten geschichte, ist aber leider nicht als ebook erhältlich. vielleicht findet sich jemand um das buch zu scannen und uns zu schicken. das wäre sehr nett. oben auf dem bild ist auch ein aschenbecher zu sehen und die sind in meiner gegenwart seit 6 wochen unbenützt.

die burmesen, vorallem die männlichen spucken übrigens wirklich gerne am boden. das rührt daher, dass sie ständig einen mix aus betelnüssen, tabak, gewürzen und einer lauge kauen. dadurch werden lippen rot und zähne braun gefärbt. man wird ein bisschen rauschig und der speichelfluss wird angeregt. z.t. sind ganze straßen von der spucke rotbraun gefärbt oder auch die gleise neben einem bahnsteig:

die burmesen sind sehr nette leute. manchmal schweindis.

die burmesen sind sehr nette leute. manchmal schweindis.

außerdem war ich noch beim frisör. eine spannende erfahrung. mein plan einfach im frisörladen auf ein foto zu zeigen ging leider nicht auf. die auswahl wäre ansonsten zwischen den frisuren der boyband n-sync und einer 80er al pacino-matte gefallen. also doch das überraschungspaket. ich setzte mich und der frisörmeister legte sofort mit hoher geschwindigkeit und genauigkeit los. so exakt wurde meine ohren noch nie ausgeschnitten. ich bin mir sicher, dass jedes haar exakt gleich lang ist. man muss auch sagen, dass die burmesen im großen und ganzen immer einen sehr feinen haarschnitt haben.

myanmar style

myanmar style

Mandalay um drei Uhr früh

Alle Reiseführer empfehlen, das gesamte Reisebudget für Myanmar mitzunehmen, wir kommen in Yangon komplett ohne Geld an. Das kam so: Am 1. Februar fahren wir zwar auf den richtigen Flughafen (auch das schaffen viele nicht), probieren acht Bankomaten, keiner spuckt Geld aus, wir rennen zum Gate – noch 2 Minuten bis zum Ende der Boarding Time, erwischen den Flug. In Yangon gibt’s dann glücklicherweise einen Bankomaten (das ist neu in Myanmar!), alles paletti, zum Ausgleich vergessen wir dann eine Visakarte dort. Jetzt haben wir heldenhaft schon zwei von den vier Geldkarten verloren. „Selig sind die geistig Armen, denn ihnen gehört das Himmelreich.“ (warum auch immer), fällt mir meine Oma ein.

Yangon gefällt uns echt gut. Es ist bunt und lebendig, hektischer, lauter und teilweise auch brüsker als in Thailand, sehr divers, aber auch arm, es liegt viel Müll herum und die Wellen des Gestanks sind oft atemberaubend. Nach zwei Tagen ziehen wir nach Kalaw in den südlichen shan-state um, wir haben keine Lust mehr auf Stadt.

Der Nachtbus kommt dort um 3 Uhr früh an, so wie alle Busse: Die Busse und Straßen sind besser geworden, aber noch keiner hat Schlussfolgerungen für die Busfahrpläne gezogen. Im Bus übergibt sich hin und wieder wer, auch das ein Fixum bei Busreisen wie uns andere Reisende erzählen: Die Burmes_innen sind nicht ans Reisen gewöhnt.

In Kalaw erzählt uns der Guesthouse-Betreiber, dass in der Stadt die zweitgrößte Militärbasis des Landes stationiert ist und die meisten Hotelinhaber mit der staatlichen Elite verbandelt sind und ihre Unterkünfte Geldwäsche für das Opiumgeschäft betreiben. Es gäbe nur fünf Hotels, die tatsächlich privat sind – wir wollen natürlich die unterstützen –, darunter seines. Die Wahrheit oder eine Business-Strategie? – die Diktatur kriecht schnell in den Kopf.

Bei ihm buchen wir eine Trekkingtour über Nacht (das war extrem super!). Im Gespräch schaut er – ein Sikh übrigens – nur Boris an. Außerdem will er uns, so kommt’s rüber, possierliche Wilde in ihrem natürlichen Habitat zeigen und Geld rausschinden, indem er auf die Tränendrüse drückt – unsympathischer Typ. Meine stille Genugtuung: Er heißt Rambo, Rambo Singh.

Bei unserem zweitägigen Wanderausflug mit Übernachtung in einer Bambushütte haben wir uns wieder eine nette Reisegruppe aufgezwickt, mit der wir uns auch in Inle See – unserer darauffolgenden Station – treffen und gemeinsam über den See tuckern: Lucca und Anna aus Italien, Vanessa und Sophie aus Frankreich.

Insgesamt war es landschaftlich bisher extrem beeindruckend und es gibt sehr viele schöne Leute und Menschen mit Ausstrahlung (viel mehr als in Thailand, finden wir). Die Menschen singen sehr gern, immer wieder hört man mal wieder wen lauthals losträllern – sehr nett. Myanmar ist übrigens das Land der Kekse (sehr leckere Plätzchen und Plunder) und ohne Trolley voll süßem Vorrat werde ich Boris wohl nicht zu einer Ausreise überreden können…

Es ist übrigens gerade 05:26 und wir sind in Mandalay. Der Bus ist wieder mal um 3 Uhr früh angekommen und alle Unterkünfte sind ausgebucht…

Achja und Susi: War irgendwie klar, dass du uns auch in Südostasien von Berlin aus auf irgendwelche Partys dirigierst, aber bitte, bitte, bitte nicht auf Ko Phangan!

Bussis!

gemütlich in chiang khan am mekong

gemeinsam mit einer kleinen netten gruppe (huhu nicole, sebastian und britney. thanks it was a pleasure!) verbrachten wir ein paar schöne, ruhige tage in chiang khan. glücklicherweise unter der woche, denn am wochenende ist das ein beliebtes ausflugsziel für die thais und ziemlich überlaufen. so aber war es sehr beschaulich, wir borgten uns fahrräder und fuhren zu jener art an schöner, unspektakulärer sehenswürdigkeit (stromschnellen im mekong), bei der man sich bei der ankunft nicht sicher ist ob man schon da ist.

zum abschluss „adoptierte“ uns noch ein einheimisches marktstandbetreiberpärchen. die haben uns nett gefunden (wir sie auch) und wollten uns unbedingt auf ihre spezilitäten einladen: suppe mit gestocktem hühnerblut, reis mit schwein, dazu gekochte schweinehaut mit chilli und leber und frittierten fisch mit soja/chilli marinade. gemüse war auch irgendwo ein bisschen dabei.

jetzt sind wir grad in bangkok und treffen die letzten vorbereitungen für die myanmar reise. dh es wird möglicherweise etwas länger keinen eintrag geben. das wars mal fürs erste mit thailand. irgendwann werden wir vielleicht noch mal einen längeren artikel über die eindrücke in diesem land schreiben. z.b das sich auch die thailändische landjugend wie bei uns mit ihren mopeds an den bushaltestellen trifft und auch das gleich tut: reden, rauchen, spucken und trinken. wahrscheinlich sind die gesprächsthemen auch sehr ähnlich. da ich das schon in mehreren ländern gesehen habe plane ich bereits an meiner doktorarbeit „Globale Dorfjugend – Standardisierung und Individualisierung durch die Sozialisationsinstanz Bushaltestelle“

kann mir endlich mal wer erklären warum die amerikanerInnen immer am meisten reden?

Nach Khon Kaen wirds wieder besser…

Es ist grotesk, auf was für einem dünnen Faden sich der Tourismus bewegt, alle empfehlen einander die gleiche Handvoll von Orten – deshalb haben wir uns für den wenig bereisten Nordosten entschieden. Allerdings hat das einen Haken: Die Reiseführer sind nicht so wirklich aktuell und außerdem: Auf den hier sehr verbreiteten Sextourismus waren wir nicht vorbereitet. Immer wieder sieht man grausliche europäische ältere Männer mit asiatischen Damen in Häusern verschwinden, in einem Schachclub werden sie wohl nicht sein. Über diesen Witz sind sie übrigens im Reisesprech zu „Schachclubmitgliedern“ geworden.

Nach Khon Kaen fahren wir nach Nong Khai, ca. 50 000 Einwohner
Nachdem ich Boris zum Kaffee trinken abgegeben habe, suche ich nach einer Unterkunft. Die Strasse, die mir zur Suche hauptsächlich empfohlen wird, ist grauenhaft: Wieder hauptsächlich eklige Männer, meistens ab 50 aufwärts, die Bier trinkend in den Gastgärten sitzen und junge Asiatinnen neben sich haben. In Bangkok war der Sextourismus häufig neben anderen Tourismussparten nicht so offensichtlich, in die Gassen und Ecken, wo dieser hauptsächlich zu verorten ist, waren wir nicht so und: Groteskerweise waren die Sextouristen aus Bangkok häufig auch sympathetischere Gestalten. Man hatte oft das Gefühl, hier wird nicht nur Sex, sondern auch Zuneigung, irgendwie etwas Beziehungsähnliches erkauft. Im Nordosten ist das anders, aber Sextouristen kommen nicht weit und so ist abgesehen von dieser einen Straße der Ort wirklich nett.

Im Hotel lernen wir Don kennen, ein Thailänder, der in Australien aufgewachsen ist und seit sieben Jahren in Thailand lebt und hier verheiratet ist. Wir ratschen viel und verstehen uns gut. Er lobt den thailändischen Lebensstil, beschwert sich über die Politik seines Landes und darüber, dass sich „eigentliche“ Thais nie über was aufregen. Don bringt uns auf neue Ideen: Wenn wir mal wiederkommen wollen, könnten wir doch ein Jahr Englisch in einer Schule unterrichten – leben würde man hier gut… Außerdem gibt es hier viele arme Leute, die sowieso immer nett sind, und viele nette Leute, während gebildete und reiche Leute überall auf der Welt „a pain in the ass“ sind, wie er uns lachend erklärt.

Er hilft uns, einen „homestay“ in einem Dorf aufzutreiben: 20 km außerhalb von Nong Khai, in Seekai, verbringen wir die nächsten Tage mit Bell, Niem und Ong. Die erste Begrüßung war übrigens ähnlich dem Aufeinandertreffen zweier Galaxien: Ich als Personifikation Kirks vergreife mich in den Begrüßungsformen und strecke Ong die Hand entgegen, sie schaut mich ratlos an – diese Begrüßung kennt man hier nicht. Im Verlauf der nächsten Tage ist nach der ersten Ratlosigkeit gegenseitiges Beobachten angesagt, immer wieder erwischen wir uns gegenseitig beim sich-Anschauen. Ong ist eine ausgezeichnete Köchin. Beim gemeinsamen Essen (am Boden) klärt Ong uns auf, dass Männer im Schneidersitz sitzen, Frauen nicht – sie sollen die Beine zur Seite umlegen. Seekai war eine grandiose Station: Abgesehen vom Kontakt mit der Thai-Familie, durch den wir auch viel über das Land und Leben hier erfahren und viel erfragen können und sie auch ziemlich viel über Österreich fragen (z.B.: Wie funktioniert eigentlich ein Heizsystem?), sind wir auch über ein Begräbnis gestolpert. Allerdings haben wir bei Letzterem ziemlich lange gebraucht, um das zu merken. Die Gruppe von Menschen, die wir auf der Wiese treffen, wiederholen zwar immer wieder „accident, accident“ und „thunder“, sind aber so gut gelaunt und es fließt auch einiges an Alkohol, dass wir ein wenig brauchen, um zu begreifen, dass die verkohlten Reste am Boden tatsächlich ein Mensch gewesen sind, der vom Blitz getroffen wurde.

Außerdem: Wir haben es getan, wir haben Insekten gegessen und es war wirklich lecker…

khon kaen

wir brauchen uns nichts schönreden: khan koen war für den hugo. eine stinkende kleine provinzstadt, in der wir nichts gefunden und eigentlich auch nichts erlebt haben. auch die parade aus 20 eiswagen konnte uns nicht vom gegenteil überzeigen.

die anfahrt mit der bahn war allerdings ganz unterhaltsam. die thais haben eine lustige vorliebe für uniformen. sicherheitsbedienstete am bahnhof sehen aus wie generäle und das schalterpersonal wie lufthansa piloten. mit vorfreude erwartetet wir den auftritt des schaffners und wurden nicht enttäuscht: für dessen militärdiktatoruniform dürfte gaddafi model gestanden sein. leider keine fotos von den uniformen, vielleicht beim nächsten mal.

bangkok again

wieder in bangkok für ein paar tage. visa für myanmar/vietnam organisieren, reiseroute festlegen und diverse organisatorische dinge erledigen. fühlt sich fast wie arbeit an. ansonsten das machen, was man eben in einer fremden stadt so tut: viel rumlaufen, orientierung verschaffen, busfahrplan entschlüsseln, märkte besuchen, dinge anschauen, kino gehen, gutes essen suchen…
stichwort essen: mittlerweile essen wir fast alles, überall.  auch wasser, eiswürfel etc. alles kein problem – die toiletten besuche sind nicht häufiger geworden. meistens essen wir in den garküchen an den straßenrändern (1 gericht kostet 30 – 40 baht/ca. 1 euro) und haben dabei folgende auswahlkriterien:
a) die quasi goldene regel: wo sind die meisten leute und sind das eh dosige.
b) wie sauber ist die fleisch/gemüse-vitrine
c) je weniger gerichte zur auswahl, desto besser.

die anzahl der ratten am boden, müll, gemütlichkeit usw. geben eigentlich keinen hinweis auf die qualität des essens. probleme gibts eigentlich immer nur dann, wenn wir zu einer zeit hunger haben in der sonst niemand isst. am liebsten mögen wir diverse suppen und khao man gai (reis mit huhn + suppe +  chilipaste). was überrascht: es wird sehr viel fleisch gegessen und ich kann gerichte „spicy“ bestellen. aber wahrscheinlich bekommt man als farang sowieso immer nur die halbe portion chili.

vor bangkok waren wir zwei tage in chumphon. das ist quasi das attnang puchheim südthailands. eine verkehrsdrehscheibe, aber eigentlich keine stadt für einen längeren aufenthalt. es gibt jedoch leckeres essen und nette leute, sonst nicht viel, aber wir mögen es eigentlich an solchen unspektakulären orten. als welser muss man das wohl.

zur reiseroute: jetzt sind wir grad in khon kaen, ich würde mal sagen das augsburg thailands und überlegen ein bisschen wie es weitergehen soll. fix ist: ab 1. februar sind wir 3 wochen in myanmar und dann geht es zackig weiter nach kambodscha.

 

serie: eigenwillige touris

wir starten mit einer serie über unsere reisekollegInnen. großteil der bekanntschaften sind sehr freundlich, die unterhaltungen meistens etwas belanglos, aber trotzdem sehr nett. leider etwas verspätet beginnen wir mit einer serie über etwas eigenwillige touristen:

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do not place your feet onto the wall

diese junge dame mag offensichtlich coca cola und katzen und will das auch allen auf der fähre zeigen. beim fährenpersonal führte dieses auftreten zu kopfschütteln bzw. gelächter. ich mag ja auch beides, aber wie es diese kombinationen gekommen ist würde mich wirklich interessieren. leider war ich ein wenig eingeschüchtert und habe mich nicht getraut zu fragen.
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nächste woche: start der serien „land & leute“, sowie „essen“

Tauchen ist ein fauler Sport

„Faul ist eine Qualität“ sagt unser französisch-sprachiger Tauchlehrer und sieht dabei überraschenderweise nur Boris an. Long story short: Wir sind jetzt zertifizierte Open Water Diver. Ko Tao hat uns super gefallen: schöner Bungalow, schöne Bucht, tolle Tauchschule und beim Tauchen sind wir offenbar Naturtalente. Die Tauchgänge waren jedenfalls auch super und es war irgendwie nett, mal wieder was zu tun zu haben. Obwohl der Grundton schnell derselbe wie immer ist: „Mich gfreits nicht lernen.“

Und dann… Krabi & Tauchen auf Ko Tao

Was Boris bei der Erzählung über den Khao Sok Nationalpark ein wenig ausgelassen hat: das Klettern! Was bei uns vermutlich als Wanderung Stufe 3 oder was ausgewiesen sein muss, wurde dort vorab nur als Durchwaten einer Höhle beschrieben. Plötzlich ist man dann aber mitten in der Höhle und muss ohne Sicherung über einen kleinen Abgrund rüberklettern, übrigens nichts für kurze Beine wie uns Kleinen und: eine Nahtoderfahrung mehr.

Am nächsten Tag ging’s mit dem Bus nach Krabi. Angekündigt hat sich die neue Stadt ungünstig: Im Bus geht die Klimaanlage nicht, die Wasserflasche haben wir auf dem Busbahnhof vergessen, die Fahrt dauert länger als geplant, wir sind hungrig und durstig und ich glaube, ich hab mich die letzte Stunde maximal einmal und nur minimalst bewegt. In Krabi angekommen, sind wir zwar erfolgreich beim Finden einer netten Unterkunft, das Essen ist kaum genießbar, außerdem hatten wir beide irgendwie verdrängt: Krabi ist sehr touristisch. Wir sind erstmal beide ein wenig grantig. Abends sind wir dann aber schon komplett versöhnt: Ein Essensstand auf der Straße ist komplett voll mit locals, da wollen wir auch hin und siehe da: sehr leckeres khao nam gai (Huhn mit Reis, Suppe und Saußen), Boris macht schließlich noch eine kulinarische Reise durch den Nachtmarkt und probiert alles – super. Am nächsten Tag fahren wir nach Rai Leh, einer Halbinsel mit wunderschönen Stränden. Wir bereiten uns auf italienische Verhältnisse à lá Sardinen am Strand und gesalzenen Preise vor, dann ist aber alles viel besser: die Kalksteinfelsen sind wirklich schön, das Meer türkisblau, der Strand wirklich toll, der TouristInnenandrang nicht so massig und das Essen an den lagernden Verkaufsbooten gut und nicht zu teuer (gegrillter Mais mit Mangoshake – mhm!).

Tags darauf heißt’s dann shoppen & Friseur: Beiden von uns ist schon Kleidung kaputt gegangen, plus meine Mähne wird unaushaltbar. Abends fahren wir zum Busbahnhof: wir wollen nach Ko Tao. Nach einer überaus komfortablen Busfahrt nur zu fünft in einer Art Lounge und wieder mal einem leckeren Nachtmarkt-Essen (diesmal in Suratthani), schwingen wir uns auf die Nachtfähre. Was wir als übelste Erfahrung erwartet haben, ist perfekt gestaltet: Es gibt schmale Betten, wir schlafen gut, kommen morgens in Ko Tao an und suchen uns eine Tauchschule. Morgen geht’s los mit dem Open Water Diver. Bis dahin genießen wir lernend die Aussicht von unserem perfekten Bungalow mit Hängematte, eine Katze hat sich uns auch schon als neue Besitzer ausgesucht und hat schon mal den Bungalow inspiziert.

khao sok nationalpark

3 tage verbrachten wir im khao sok nationalpark. wir buchten das all-in-one safari paket und fuhren für 2 tage mit einer kleinen gruppe touris (3 x brits, 2 x usa) an einen see. im paket enthalten waren 2 dschungel/höhlen touren und eine morgen- und eine nachtsafari mit dem boot. die „safaris“ waren sehr nette rundfahrten, ansonsten aber eher eine niederlage. unsere ausbeute:

  • ein affe
  • eine königskobra im see
  • eine grupper bunter vögel (die haben aber geschlafen und es war auch schon ziemlich finster. der guide meinte jedoch, dass die bunt wären)
  • eine gruppe touristen, ebenfalls mit boot

die höhlen/dschungel touren waren allerdings sehr super. teils mussten wir die höhlen durchschwimmen, teils klettern, das alles mit sehr wenig licht und in ständiger gesellschaft von spinnen (wirklich große, gehen aber nicht ins wasser), fledermäuse und krabben. ich bin auf dem besten weg von meiner mittelgroßen spinnenphobie geheilt zu werden.

die unterkunft direkt am see war auch sehr fein. vroni meint ich soll ausführlicher schreiben wie super das die war, aber ich verweise einfach auf die fotos. ansonsten ist noch erwähnenswert, dass das klo ca 100 meter im dschungel lag und es kein licht gab. hätte ich das vorher gewusst, hätte ich weniger bier getrunken. einer weiterer kleiner schritt im kampf gegen spinnenphobie wurde dadurch erfolgreich absolviert.

der see ist übrigens ein stausee und die höhlen waren verstecke der kommunisten die gegen die errichtung des stausees gekämpft haben. der stausee und das gebiet rundherum bilden heute den nationalpark und da sich die widerstandskämpfer am besten in der region auskennen sind viele von ihnen heute die guides.

und: warum müssen diese amis immer so viel reden?

On the road…

Die Schonzeit ist vorbei, der „Ernst“ der Reise hat begonnen: Seit wir von Ko Phayam weggefahren sind, gibt es keine vorgebuchten, ausschließlich feinen Unterkünften mehr und der kalkulierte Tagessatz muss stimmen. Nach zehn Tagen chillen auf der Insel haben wir beide aber ohnehin schon darauf gebrannt, die eigentliche „Reiserei“ zu beginnen und es ist toll.

Ein Hoch auf Reiseführer und das, was nicht drinnen steht. Von Ko Phayam ging es nach Takua Pa, eben weil es im Reiseführer nur mit einigen Sätzen bedacht ist. Takua Pa hat touristisch nichts zu bieten, Tourist_innen verirren sich auch ganz selten hin: Wir waren die touristische Attraktion – zwei Chines_innen in Pettenbach quasi. Es war komplett anders als geplant, wir haben im touristischen Sinnen nichts gesehen, aber insgesamt war es einfach super: Das vorher anvisierte Hotel hatte geschlossen und letztlich sind wir in einer kompletten Absteige gelandet. Durch die Hotel-Herumsucherei hatte der Nachtflohmarkt, den wir besuchen wollten, zu und wir sind stattdessen in ein komplett volles Lokal eingekehrt. Die Leute waren aber extrem freundlich und haben sich hauptsächlich amüsiert, wie wir jetzt wohl bestellen würden. Schließlich können wir nicht nur die thailändische Sprache, sondern auch die thailändische Schrift nicht und plötzlich ist man Analphabetin. Letztendlich: Das Essen war superlecker. Am nächsten Tag haben wir auch sehr gut gefrühstückt, ohne Tau, was wir da eigentlich zu essen kriegen werden. Dann wollten wir in die Apotheke und haben im Public Health Center nachgefragt, worauf wir kurzerhand ins Auto des einen (bitte mit Formel 1-Lenkrad) verladen wurden und der uns durch die halbe Stadt gefahren hat. Durch Zufall sind wir dann auch noch auf den Markt gestoßen und dann ist das Glück eh schon perfekt…

Seit gestern sind wir im Khao Sok Nationalpark, wo die Frösche sich gerade ein überlautes Konzert liefern. Morgen fahren wir auf eine zweitägige Tour in den Regenwald: Also wünscht’s uns Glück, dass wir viele Tiere, aber bitte keine Insekten sehen…

takua pa

nach den bisherigen lauschigen unterkünften wollen wir unsere schmerzgrenze bezüglich substandard-absteigen ausloten. das hotel in takua pa war schon ein recht vielversprechender einstieg. vroni meint, die grenze ist erreicht. ich meine, dass das matraze immerhin noch sowas wie ein bettgestell rundherum hatte.

im morgengrauen hat es aber schon auch irgendwie nett ausgesehen:

IMG_3977

falls zufällig wer mal in der gegend ist: bei der südlichen ampel gibt es einen markt und dort gibt es ein resti und das beste essen bis jetzt. die betreiber sprechen außer „chicken“ und „spicy“ kein wort englisch. wir können leider auf thai nur „hallo“ und „danke“. zu essen haben wir trotzdem was bekommmen. so schauts dort aus:

top resti in takuapa.

top resti in takuapa.

ko phayam alltag

8.00 aufstehen, cafe holen, krebse beobachten, auf die veranda setzen und computern
10.00 zum benachbarten ressort gehen und nudelsuppe essen.
11.00 baden, lesen am „hausstrand“
13.00 – 15.00 mittagspause im bungalow, sticky reis gefüllt mit banane essen.
15.00 mit der mopeten mit tempo 20 in eine andere bucht rasen.
bis 18.00 baden, liegen, lesen
ab 18.00 restaurant suchen, essen
20/21 uhr heimfahren, lesen

hmm, mehr tut sich momentan nicht. bis 3. jänner wird sich das wohl noch so hinziehen.

ko phayam, buffalo bay

ko phayam, buffalo bay

Ankunft in Ko Phayam

Am 23. sind wir abends zur South Central Bus Station in Bangkok gesaust und sind in den Nachtbus nach Ranong gestiegen. Die Busse sind überaus luxuriös: Man kann die Sitze weit nach hinten klappen, es gibt eine extra Fußablage – hier ließe sich eigentlich gut schlafen, wenn der Busfahrer nicht so eine unglaubliche Freude mit der Air Condition hätte. Es bläst so stark, dass wir nach ein paar Stunden ca. 14 Grad im Bus haben. Ich habe meinen gesamten Kleidungsvorrat inklusive Fleece-Kapuzenjacke an und friere trotzdem ein wenig. Boris hat leider nur die kurze Hose und das lange Leiberl an, dafür aber drei Decken übereinander gelegt – trotzdem ist ihm so kalt, dass er gar nicht schlafen kann. Um fünf Uhr morgens erreichen wir Ranong, warten in der Busstation bis halb sieben und machen uns dann auf zum Markt: Der ist echt super und wir essen wieder einmal Suppe zum Frühstück (Danke, Hannes und Christina, für den Tipp!). Dann gehts ab zum Pier und mit dem Boot zwei Stunden übers Meer nach Ko Phayam. Die Reise war gar nicht so anstrengend und alles klappte wie am Schnürchen.

Angekommen in der Unterkunft, die wir für 10 Nächte von Wien aus gebucht haben, sind wir erstmal enttäuscht: Im Restaurant wird laut Musik gespielt und es gibt vor allem westliches Essen, außerdem sind die Gerichte fettig. Hier am Strand bei der Beschallung in Ruhe zu entspannen – nein. Abends essen wir dort – es hat wohl noch nie jemand wie wir so schnell ein Weihnachtsessen verlassen. Wir sind schon am spekulieren, selbst die Reisestornoversicherung wird recherchiert. Wir wollen mal drüber schlafen und am kommenden Tag die Möglichkeiten ausloten.
Heute sieht die Welt dann aber schon ganz anders aus: Wir haben uns für die 10 Tage ein Moped ausgeborgt, damit wir – wie unsere beiden Omas sagen würden, wie wir belustigt festgestellt haben – ein wenig „roasn“, also unterwegs sein, können. Und der Bungalow ist sehr schön. Außerdem gibt es keine Beschallung mehr im Restaurant und somit auch nicht am Strand – das scheint ein Weihnachtsspecial gewesen zu sein. Puh, Gott sei Dank! Wir sind zufrieden. Nur das Moped fahren ist für mich noch mit beträchtlichen Ängsten verbunden: Nach meiner grandiosen ersten Erfahrung mit einem Moped und anschließenden Krankenhausaufenthalt und Handoperation mit 14 Jahren, bin ich seither nur einmal noch auf einem Motorrad gesessen.

bangkok touristen

wirklich eine super stadt. taxifahrer kennen rapid wien und geben auf anfrage eine einführung in gängige umgangsformen. z.b. so nützliche tipps wie „don´t put your feet on books. very, very unpolite“. damit kann ich ganz gut leben. essen in den garküchen ist großteils sehr lecker, alles ist irgendwie laut, erstaunlich wenig chaotisch. die straßenüberquerungen sind eine herausforderung. zebrastreifen werden eher als streetart angesehen, haben aber ansonsten keine funktion.

etwas befremdlich wirkt die enorme beliebtheit des königs und dessen huldigung. an allen ecken befinden sich fotos von bhumipol aka rama IX auf denen er schützen die hand über uns hält. zu beginn eines kinofilms oder um 18 Uhr auf bahnhöfen stehen alle auf, halten inne und lauschen andächtig der königshymne. der mann hat aber wirklich einiges zu bieten. aus wikipedia, bhumibol der privatmann:

Bhumibol ist u.a. als Musiker, Komponist, Fotograf, Maler, Schriftsteller, Segler, Ingenieur und Funkamateur (Rufzeichen: HS1A) aktiv. Insbesondere gilt er als leidenschaftlicher Saxophon-Spieler, der gerne mit anderen Jazzern im Palast von Bangkok spielt (so 1960 mit Benny Goodman). Etwa 40 Kompositionen sind bislang bekannt, darunter auch die thailändische Königshymne. Zudem ist er der höchste Pfadfinder Thailands. Auch werden seine Gemälde und Zeichnungen in Ausstellungen gezeigt. Als Segelsportler gewann er 1967 die Goldmedaille bei den Südostasienspielen.

nicht so schlecht, da kann man den herrn schon ein wenig huldigen. wenn unser HeiFi so einen lebenslauf vorzuweisen hätte, würde ich mir vielleicht auch sein portrait irgendwo aufhängen.

den größten tourismusfallen sind wir bis jetzt erfolgreich ausgewichen und wir haben noch kein neues tattoo, keinen neuen maßanzug  (obwohl mir der hoteleigene schneider mindestens 2 x am tag versichert, dass ich mit so einem anzug sehr sexy aussehen würde), noch keine tuktuk exkursion zu einem schmuckgeschäft, taxi immer mit taxometer (manchmal mühsam) und den königspalast haben wir besucht, obwohl uns tuktuk-fahrer ständig erklärten, dass der palast wegen zeromonie, riots, umbauarbeiten … geschlossen ist.

beim einkaufen haben wir uns brav zurückgehalten und so sehen wir noch nicht wie gurus/hippies oder ethnologiestudenten aus. ich hoffe wir bleiben diesbezüglich stark.

Bangkok / 18.12-23.12.2012

Die kommenden Tage verbringen wir sehr gemütlich, wir starten nicht gleich voll durch – wir haben ja Zeit :). Wir schippern mit dem Boot über den Fluß, sehen uns das chinesische Viertel an, bummeln durch die vielen Gässchen, probieren die verschiedenen food stands und Garküchen aus, gehen ängstlich in die riesigen Einkaufstempel, sehen uns den Königspalast und die dazugehörigen Tempelanlagen an. Am besten gefallen hat uns der Nachtflohmarkt, auf den uns Rainer mit seinem Bangkok-Insider-Wissen verschleppt hat. Dort sind wir auch die einzigen farangs (weißeR AusländerIn); immer wieder drehen sich Menschen erstaunt nach uns um. Ein anderer Höhepunkt war natürlich der „Thai-Weihnachtscornär“ mit Rainer, Seipo, Verena, Kati, Leonie und Schati: Wir sind gemeinsam essen gegangen und waren dann in einer sky-bar mit toller Aussicht. Den 23. haben wir untraditionell verbracht: Anstatt sich die Nacht im Schlachthof um die Ohren zu schlagen, steigen wir in den Nachtbus nach Ranong.

BKK, Thai Cozy Hotel

BKK, Thai Cozy Hotel

BKK - Flussfahrt

BKK – Flussfahrt

BKK - Einkaufspaläste, MBK

BKK – Einkaufspaläste, MBK

BKK - taradrodfi, Nachtflohmarkt mit Rainer

BKK – taradrodfi, Nachtflohmarkt mit Rainer

BKK - taradrodfi, Nachtflohmarkt mit Rainer

BKK – taradrodfi, Nachtflohmarkt mit Rainer

BKK - taradrodfi, Nachtflohmarkt mit Rainer

BKK – taradrodfi, Nachtflohmarkt mit Rainer

BKK - taradrodfi, Nachtflohmarkt mit Rainer

BKK – taradrodfi, Nachtflohmarkt mit Rainer

BKK - "Weihanchtscornär"

BKK – „Weihanchtscornär“

BKK - "Weihanchtscornär", Skybar

BKK – „Weihanchtscornär“, Skybar

BKK - "Weihanchtscornär", Skybar

BKK – „Weihanchtscornär“, Skybar

BKK - "Weihanchtscornär", Skybar

BKK – „Weihanchtscornär“, Skybar

BKK - "Weihanchtscornär", Skybar

BKK – „Weihanchtscornär“, Skybar

BKK - Garküche

BKK – Garküche

Ranong - Frühstück am Markt

Ranong – Frühstück am Markt

Ranong - Auf dem Weg zum Pier

Ranong – Auf dem Weg zum Pier

Ankunft Bangkok

ankunft thailand. hannes hat uns vorgewarnt: wir hängen sehr müde und etwas mit der feuchten hitze kämpfend im hotel rum und zwingen uns nicht zu schlafen. aber: alles ist fein, wir sind guter dinge und haben  beide eigentlich noch nicht ganz realisiert, dass wir jetzt 7 monate keinen wirklichen auftrag haben. damit die akklimatisierung leichter fällt, computer ich ein wenig rum. Weiterlesen